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Dormagen
Kleingärtner bereiten sich auf Winter vor

Dormagen: Kleingärtner bereiten sich auf Winter vor
Wann ist ein Obstbaum richtig geschnitten? Ulrich Kniehase aus Hackenbroich kennt sich aus. FOTO: Rosenbaum
Dormagen. Fachberater Ulrich Kniehase, der selber eine große Parzelle in Hackenbroich bewirtschaftet, gibt Tipps, wie Bäume, Sträucher und Blumen gut durch den Winter kommt. Dazu muss möglichst jetzt Hand angelegt werden, rät er. Von Bernd Rosenbaum

Auch wenn tagsüber zurzeit noch mitunter kräftig die Sonne scheint und die Luft erwärmt - nachts wird es bereits empfindlich frisch. Höchste Zeit, sich intensiv um den Garten zu kümmern, damit die Pflanzen gut durch den Winter kommen. Ulrich Kniehase und seine Frau Christel verbringen jetzt noch einmal viel Zeit auf ihrer Parzelle in der Hackenbroicher Kleingartenanlage. Mit über 400 Quadratmetern gehört ihr Garten zu den größeren der 68 Grundstücke.

Sein ganzes Berufsleben lang hat sich Kniehase mit der Pflanzenschutzforschung beschäftigt, kennt sich also bestens aus. Zudem hat er vor vielen Jahren einen Fachberaterlehrgang beim Landschaftsverband Rheinland absolviert. "Ich musste den dreiwöchigen Kursus über drei Jahre verteilen, weil ich nicht so lange Urlaub am Stück nehmen konnte", erinnert er sich. Mit seinen Kenntnissen ist der 74-Jährige ein gefragter Ratgeber im Kleingartenverein. Gerne gibt er Tipps, wie der Garten für den Winter hergerichtet werden sollte. Spätestens jetzt sollten die Sommerblumen aus den Beeten geholt werden und auf den Kompost wandern. Stattdessen können Frühjahrsblüher gepflanzt werden wie Goldlack, Löwenmäulchen oder Blumenzwiebeln wie Tulpen. Frostempfindliche Blumen wie Dahlien, Gladiolen oder Fuchsien sollten aus der Erde genommen, die Knollen vorsichtig abgewaschen und in Papier eingehüllt werden. So können sie in Keller oder Laube geschützt überwintern und im April wieder eingepflanzt werden.

Stauden wie Astern oder Taglilien müssen ausgegraben und die Ballen geteilt werden, damit die Pflanzen nicht zu breit werden. "Die so gewonnenen zusätzlichen Stauden kann man entweder an anderer Stelle neu einpflanzen, verschenken oder auf den Kompost werfen", erklärt Kniehase. Sträucher sollten jetzt zurückgeschnitten werden. Dabei sollte man vor allem die alten Triebe (dunklere Zweige) herausschneiden. Dadurch wird der Strauch verjüngt und kann im Frühjahr gekräftigt austreiben. Neue Rosensträucher und -bäume sollte man noch im November einpflanzen. Um die Stämme vor Frost zu schützen, könne man sie etwa 15 Zentimeter hoch mit Erde anhäufeln. Auch Obstbäume sollten nun zurückgeschnitten werden. Ein großer Teil des Holzes sollte entfernt werden, damit im nächsten Jahr genug Licht an die Früchte kommt. Man soll "einen Hut durch den Baum werfen können", erinnert sich Kniehase an eine alte Faustregel. Sein Verein biete regelmäßig Seminare zum Obstbaumschnitt an.

Als Fachberater hat Kniehase über 70 Informationsveranstaltungen für den Verein organisiert, oft mit kompetenten Fachleuten. Doch die Zeiten ändern sich. "Vor 20 Jahren war das Interesse riesengroß", sagt der langjährige Vereinsvorsitzende Siegfried Marquardt. Wo früher die Kleingärtner vor allem Obst und Gemüse zum Eigenbedarf angebaut hätten, sei für jüngere Leute inzwischen der Kleingarten vor allem als Freizeitgelände interessant, das pflegeleicht sein soll.

Quelle: NGZ
 
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