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Dormagen
Musikerin erzählt Bildgeschichten

Dormagen: Musikerin erzählt Bildgeschichten
Christine Schornsheim brillierte beim Festival Alte Musik. FOTO: Veranstalter
Dormagen. Bereits zum 12. Mal trat Christine Schornsheim beim Festival Alte Musik auf.

Christine Schornsheim (Cembalo) ist beinahe wie die Rheinische Kantorei oder das Barockorchester "Das kleine Konzert" integrativer Teil des Festivals Alte Musik geworden. Nachdem Festivalleiter Hermann Max die Professorin für historische Tasteninstrumente an der Hochschule für Musik und Tanz München zum Bach-Jahr 2000 in Leipzig gehört hatte, vereinbarte er die Zusammenarbeit.

Nun war sie bereits zum 12. Mal im Kreismuseum Zons und erzählte am Cembalo hinreißende Bildgeschichten. Dabei stellte sie Präludien und Fugen aus "Das Wohltemperierte Klavier" von Johann Sebastian Bach Werken von Francois Couperin gegenüber, dessen unermüdlicher Erfindergeist neue Charakterbilder in 240 "Pièces de Clavecin" erzählte. Die Stücke sind Affektschilderungen, musikalische Porträts oder Naturgemälde. "Die verliebte Amsel" verlangt mit ihrem fortdauernden Triller-Accelerando nicht nur höchste technische Voraussetzungen, sondern auch die bildhafte Verarbeitung im Kopf des Interpreten.

Darüber gab Christine Schornsheim beredt Auskunft im Gespräch mit Hermann Max (Moderation). "Natürlich geht es bei der Bach-Fuge A-Dur um Streit, ob nun im Vogelkäfig oder nicht." Bewundernswert, dass die exzellente Virtuosin bei dem Gesprächskonzert die volle Konzentration auf die Werke behielt und ein makelloses Spiel auf dem zweimanualigen Cembalo zelebrierte. Das Instrument war ein edler historischer Nachbau aus der Werkstatt des 2008 verstorbenen Cembalobauers William Dowd. In einer dreistimmigen Invention von Johann Sebastian Bach - eine von mehreren Zugaben - begleitete Christine Schornsheim den Liebesdialog der Oberstimmen auf dem zweiten Manual sehr zart mit Lautenzug.

In wenigen Tagen tritt Christine Schornsheim ihr Amt als Vizepräsidentin der Münchner Hochschule an. Den elf Schülern des Norbert-Gymnasiums Knechtsteden, die das Festival in einer Schreibwerkstatt begleiten und ihre Eindrücke per Blog veröffentlichen, gab sie ein Interview. Bleibt zu hoffen, dass dies nicht ihr letztes beim Dormagener Festival war.

(Nima)
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