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Dormagen
Pfarrer kocht Weihnachten für Familie

Dormagen: Pfarrer kocht Weihnachten für Familie
Mit zwei schönen roten Christsternen vom Dormagener Wochenmarkt schmückt Pfarrer Peter Stelten seine Wohnung im Pfarrhaus. Für die Feiertage hat er seine Einkaufsliste in Etappen abgearbeitet. FOTO: Anja Tinter
Dormagen. Die Vorbereitungen für Weihnachten im Pfarrhaus sind abgeschlossen: Pfarrer Peter Stelten freut sich auf den Besuch seiner Eltern und seiner Patenkinder. Trotz Dienst an den Feiertagen nimmt er sich Zeit für seine Familie. Von Carina Wernig

Die geheimnisvolle Zeit am Nachmittag des Heiligen Abends, wenn sich in den Familien eine gespannte Stimmung, Hochgefühl und Vorfreude ausbreiten, empfindet auch Pfarrer Peter Stelten so: "Das ist bei Priestern auch nicht anders", erzählt er schmunzelnd. "Auch wir haben Familie, mit der wir gern feiern und Zeit verbringen." Der 55 Jahre alte Leiter der Pfarre St. Michael Dormagen-Süd freut sich auf den Besuch seiner Eltern Karl und Elsbeth, die ab heute bei ihm sind. Am zweiten Weihnachtstag kommen seine Patenkinder Benedikt (23) und Sophia (22), ihre Partner und Eltern zu Besuch. "Der Dienst bestimmt den privaten Terminkalender", erklärt Stelten.

Eingekauft hat Pfarrer Stelten in den vergangenen Tagen "in Etappen, in jeder freien halbe Stunde". Denn er übernimmt das Kochen - so gibt es Weihnachten bei Familie Stelten traditionell Rouladen, nach dem Familienrezept seiner Mutter. Auch für weihnachtliche Dekoration hat der Pfarrer gesorgt, gestern kamen zwei Christsterne vom Dormagener Wochenmarkt hinzu. Das Fest hat den besten Grund, so Stelten: "Wir sind Teil der Familie Gottes, der seinen Sohn zu uns gesandt hat - das feiern wir gemeinsam, als Gemeinde und privat."

Der Dienstplan für die Seelsorger ist eng gestrickt: Denn Weihnachten macht die katholische Kirche ein Hochangebot an Festmessen und Gottesdiensten wie in keinem anderen Zeitraum des Jahres. So wird bereits im August mit der Ausarbeitung des Dienstplans begonnen, der im Oktober feststeht. "Dazu brauchen wir das komplette Personal, da darf niemand in Urlaub fahren oder krank werden", wie Stelten betont. Mit dem Vorabend des vierten Advents heute gibt es in den fünf Kirchen sowie dem St.-Augustinushaus (Pater Willi Deselaers) und dem Raphaelshaus (Pfarrer Joachim Windolph) vier Vorabendmessen, fünf vorweihnachtliche Kindergottesdienste mit Krippenspiel, sechs Christmetten, vier Festmessen am ersten Feiertag und sechs Heilige Messen am zweiten Feiertag.

Da sind neben Pfarrer Peter Stelten, Pastor Bastian Graeber und Pfarrer Peter Mario Werner auch Gemeindereferent Martin Brendler, Pastoralreferentin Maria Schwarz und die Diakone Klaus Roginger, Ronald Brings und Fritz Detmer mit Predigten und in Kindergottesdiensten im Einsatz. "Das funktioniert sehr gut und schafft Freiräume für alle Seelsorger, die mit ihren Familien feiern können", sagt Stelten.

"Es ist auch emotional eine hohe Zeit, die oft von riesigen Erwartungen an ein perfektes Fest getragen sind", weiß Pfarrer Stelten. Da komme auf die Prediger die Herausforderung zu, keine Vorlesung zu halten, sondern ohne zu banal zu werden, mit einer "Erzählpredigt" auch die Menschen mitzunehmen, die nur an diesem Tag in die Kirche kommen. So hat er in seinem Adventsurlaub in der Dormitio-Abtei in Jerusalem bereits handschriftlich erste Skizzen für seine Predigten rund um Weihnachten verfasst. "Das formuliere ich dann in Ruhe zu Hause in Dormagen am Computer aus und bringe es in Form, dann kann ich mich auch vom Text lösen", erläutert er seine Arbeitsweise. Heute ab 18.30 Uhr in St. Michael geht es um das Lied "Morgen, Kinder, wird's was geben", mit dessen Hilfe er erklärt, dass Weihnachten für Katholiken nicht nur eine Erinnerung an die Geburt des Herrn ist, sondern auch die Vergegenwärtigung: "Gott steckt in unserer Haut."

Pfarrer Stelten hat nicht nur in der ersten Adventswoche 160 Briefe geschrieben, sondern auch einige seiner Predigten in Briefform verfasst, wie schon die zum Jubiläums-Reformationstag in der evangelischen Christuskirche an Martin Luther. "Ich habe schon viele Briefe geschrieben, aber einem noch nie: Jesus Christus", holt Stelten das jetzt am Heiligen Abend ab 17 Uhr in der Kirche Zur Heiligen Familie in Horrem und ab 22 Uhr in St. Michael nach. Am ersten Feiertag liest Stelten in den Festmessen um 9.30 Uhr in St. Katharina Hackenbroich und um 11 Uhr in St. Michael seinen Brief an Maria vor, während es am zweiten Weihnachtstag ab 11 Uhr in St. Martinus Zons und ab 17.30 Uhr in St. Maria vom Frieden um seinen Brief an Josef geht.

Seine Jahresrückblick-Predigt wird Pfarrer Stelten an Silvester um 17.30 Uhr in St. Maria vom Frieden halten. An dem Wochenende vom 30./31. Dezember wird nach allen Messen eine Segnung der Familien angeboten. Auch dafür werden wieder alle Seelsorger benötigt.

Quelle: NGZ
 
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