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Dormagen
Sportinternat zieht bundesweit Talente an

Dormagen: Sportinternat zieht bundesweit Talente an
Das Sportinternat Knechtsteden bietet 35 Wohneinheiten für junge Leistungssportler an. FOTO: L. Hammer
Dormagen. Fast täglich erreichen Henning Heinrichs Anrufe oder Mails junger Sportler, die sich für das Internat in Knechtsteden interessieren. Von Anneli Goebels

Seine Freunde finden es einfach "cool" und sehen es als eine "super Chance", und Ole Grammann freut sich riesig auf August. Denn dann zieht der 14-Jährige aus dem hohen Norden ins Rheinland. Noch lebt und trainiert der Leistungssportler in Schleswig-Holstein. Im August wird er dann ins Sportinternat Knechtsteden einziehen und sein Training beim TSV Bayer Dormagen aufnehmen. Ole gehört zu den Top 3 der deutschen Nachwuchs-Hochspringer seiner Altersklasse (M14).

Aufmerksam auf ihn wurde Internatsleiter Henning Heinrichs, selbst ehemaliger Zehnkämpfer und Leichtathletik-Trainer. Denn der geht am liebsten persönlich auf Talentsuche. "Natürlich werde ich auch oft angerufen oder angemailt und gefragt, ob wir noch Plätze frei haben", sagt Heinrichs. Doch das Prozedere, bis ein Zimmer im Internat sicher ist, ist nicht einfach. "Schließlich wollen wir für unsere Schüler hier beste Bedingungen in jeder Hinsicht", so der Internatsleiter.

Henning Heinrichs leitet seit Januar 2014 das Internat. FOTO: ati

Klar ist: Bei den Sportarten, die die Schüler parallel zum Unterricht trainieren, geht es um Hochklassigkeit. Alles muss stimmen - das Training, die Schule, die Umgebung. Um herauszufinden, ob das für alle Beteiligten zutrifft, werden die jungen Leute zum Probetraining, Probewohnen und Probeunterricht eingeladen. Auch Ole war eine Woche Gast in Knechtsteden. "Die Trainingshalle beim TSV ist einfach super", sagt der 14-Jährige. Auch der Unterricht am Norbert-Gymnasium habe ihm gefallen. "Gar nicht so schwer", lautet sein Urteil. Noch wohnt der Sportler bei seinen Eltern. Dass er die bald seltener sehen wird, findet er nicht schlimm. Sein Ziel ist der Zehnkampf, auch wenn er aktuell als Hochspringer punktet. "Ole hat ein unglaubliches Talent", sagt Henning Heinrichs. Ob er Zehnkämpfer werden oder doch beim Hochsprung bleiben wird, wird sich zeigen. "Bei den hervorragenden Trainingsbedingungen ist alles möglich", sagt Heinrichs.

35 Talente leben zurzeit im Internat, davon 27, die noch zur Schule gehen müssen. Das übrigens nicht nur auf dem Norbert-Gymnasium. Die jungen Leistungssportler besuchen ebenso die Gesamtschule in Nievenheim, die Realschule Hackenbroich und das Berufsbildungszentrum Dormagen. Zehn Schüler werden das Internat im Sommer verlassen, zehn neue werden einziehen - wie Ole.

"Ende April werden wir mit der Auswahl fertig sein", sagt Heinrichs. Für die jungen Menschen aus ganz Deutschland ist der Tag ziemlich geregelt: Schule, von 14 bis 18 Uhr Hausaufgabenbetreuung, abends, manchmal auch vormittags Training. Dafür steht ein Fahrdienst zur Verfügung. Müssen sie zu Wettkämpfen, benötigen sie nicht selten eine Befreiung vom Unterricht. Der verpasste Stoff muss nachgeholt werden. "Doch es gibt auch Freizeit", sagt Heinrichs und lacht. Ins Kino gehen, im Sommer im "Strabi" schwimmen, bummeln, Freunde treffen ist schon möglich. Eine 24-Stunden-Betreuung ist im Internat gewährleistet. Ein bisschen Zuhause muss in der Ferne sein und manchmal auch ein Trostspender.

Quelle: NGZ
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