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Mutmaßlicher IS-Terrorist
Saleh A. vermisste seine Tochter und betrank sich täglich

Anschlagspläne in Düsseldorf: Saleh A. betrank sich täglich
Saleh A. in seinem Zimmer im Kaarster Flüchtlingsheim. FOTO: RP/privat
Düsseldorf/Kaarst. Saleh A. hat mutmaßlich zur Düsseldorfer Terrorzelle gehört. Die Behörden kannten ihn schon - unter anderem als Schwarzfahrer.

Kurz bevor Saleh A. sich mit der Mitfahrzentrale nach Frankreich aufmachte, um dort der Polizei von einem geplanten Terror-Anschlag des IS auf die Düsseldorfer Altstadt zu berichten, hat er in seiner Unterkunft in Kaarst wohl noch die Ladung zu seiner Gerichtsverhandlung erhalten. Nächste Woche hätte er sich beim Amtsgericht wegen Taschendiebstahls und Körperverletzung verantworten sollen - die Ladung wurde ordnungsgemäß zugestellt.

Bereits im November hatte die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft Anklage erhoben, weil der 28-Jährige sein Diebstahlsopfer in der Altstadt durch Bisse verletzt haben soll. Das war nicht sein erster Kontakt mit der Polizei: Er soll auch wegen Schwarzfahrens und einer weiteren Körperverletzung angezeigt worden sein. Auf dem Radar des Staatsschutzes sei er nie gewesen, erfuhr unsere Redaktion aus Ermittlerkreisen. Er galt offenbar als Kleinkrimineller ohne Bezug zur islamistischen Szene.

Saleh A. vermisste seine kleine Tochter

In Kaarst schüttelt ein Freund A.s nur den Kopf, als er hört, was Saleh A. vorgeworfen wird. "Nein, das kann nicht sein", sagt der 24-Jährige mit finsterer Miene. Monatelang bewohnte er im Kaarster Flüchtlingsheim ein Zimmer unter dem des jetzt in Frankreich Inhaftierten. "Jeder hier mochte Saleh, viele vermissen ihn", sagt er. "Aber er hatte Probleme - mit Alkohol und mit Drogen."

Seinen Hang zu Betäubungsmitteln habe Saleh A. nur deshalb exzessiv ausgelebt, weil er seine kleine Tochter vermisst habe, die mit ihrer Mutter in Syrien wohnt. Nahezu jeden Tag habe er getrunken und sei anschließend oft mit einem Freund in die Düsseldorfer Altstadt gefahren, um dort Frauen anzuflirten. Kurz nach einer durchzechten Nacht sei einmal die Polizei ins Heim gekommen und habe das Zimmer von Saleh A. durchsucht.

(jasi/sg)
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