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Düsseldorf
CDU: Hartnigk soll Bürgermeister werden

Düsseldorf: Andreas Hartnigk soll Bürgermeister werden
Andreas Hartnigk (CDU, Mitte) kann gut mit OB Thomas Geisel (SPD, l.), rechts SPD-Fraktionschef Markus Raub, hinten Friedrich Conzen. FOTO: A. Endermann
Düsseldorf. Bereits zwei Jahre vor der Vorstandswahl zeichnet sich eine Lösung für den Konflikt an der Spitze der CDU-Ratsfraktion ab: Rüdiger Gutt soll Chef bleiben, Vize Andreas Hartnigk das Bürgermeisteramt von Friedrich Conzen übernehmen. Von Denisa Richters

Die Düsseldorfer Christdemokraten möchten offenbar möglichst viele der Konflikte in den eigenen Reihen lösen. Nach dem Neustart an der Parteispitze, bei dem vor zweieinhalb Wochen zwei enge Vertraute des Kreisvorsitzenden Thomas Jarzombek - Angela Erwin und Peter Blumenrath - auf die Stellvertreterposten gewählt wurden, gibt es jetzt auch Pläne, die Konkurrenzkämpfe im Vorstand der Ratsfraktion zu beenden. Informationen der Rheinischen Post zufolge soll es bei der turnusmäßigen Vorstandswahl 2017 (zur Hälfte der Ratsperiode) zu einem Wechsel kommen: Demnach wird Fraktionschef Rüdiger Gutt erneut für den Posten antreten - diesmal aber ohne die Gegenkandidatur seines Vize Andreas Hartnigk. Der soll für den Verzicht auf eine Kandidatur für die Fraktionsspitze das Amt des CDU-Bürgermeisters übernehmen. Das hat seit 2008 Friedrich G. Conzen inne. Es heißt, Conzen könnte um des Friedens willen den Platz für Hartnigk räumen.

Sollte das so kommen, geschieht es wohl ohne Streit, denn Conzen und Hartnigk gelten seit langem als enges Gespann. Vor einigen Jahren, als Conzen auch noch Fraktionschef war, hatte es bereits den Plan gegeben, dass er die Fraktionsspitze für Hartnigk freimacht. Der damalige Oberbürgermeister Dirk Elbers (CDU) hatte Conzen jedoch ausdrücklich gebeten, als Fraktionschef weiterzumachen. Der Hintergrund war, dass Elbers und Hartnigk nicht gut miteinander konnten, Conzen hingegen Elbers' Vertrauen hatte.

Nach der Kommunalwahl im vergangenen Jahr war klar, dass Conzen nicht mehr als Fraktionschef kandidieren würde. Außer Hartnigk warf jedoch auch Rüdiger Gutt seinen Hut in den Ring - und gewann mit einer Stimme Mehrheit die Wahl in der neuen Ratsfraktion. Seitdem lodert der Konkurrenzkampf zwischen den beiden Kontrahenten, die Fraktion ist gespalten. Um das zu beenden, wurde nun hinter den Kulissen offenbar der Friedensplan geschmiedet.

Offiziell äußern will sich zu dem geplanten Personalkarussell niemand in der CDU, hinter vorgehaltener Hand wird es jedoch von einigen Beteiligten und Eingeweihten bestätigt. Als sicher gilt, dass Conzen nicht aus der aktiven Politik ausscheiden wird, wenn er das Bürgermeisteramt abgibt. Es gilt als sicher, dass der 69-Jährige den Vorsitz im Kulturausschuss behält, ebenso den Sitz im Aufsichtsrat der Messe Düsseldorf und das gut dotierte Verwaltungsratmandat der Stadtsparkasse. Weitere Beiräte dürften ihm sicher sein, möglicherweise kommt noch ein Posten obendrauf. Das Ratsmandat - Conzen ist seit 1979 Mitglied des Stadtrats - wird er ebenfalls behalten.

Noch offen ist, ob die CDU 2020 mit Hartnigk oder einem anderen Kandidaten in die Oberbürgermeister-Wahl gehen wird. Laut Parteichef Thomas Jarzombek wird das erst ein bis zwei Jahre vor der Wahl entschieden. Man wolle ein Gegenmodell als echte Alternative zu Amtsinhaber Thomas Geisel (SPD) bieten, betonte Jarzombek vor einigen Wochen.

Quelle: RP
 
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