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Düsseldorf
Flüchtlinge präsentieren Syrien

Düsseldorf. Sprachschüler zeigten Kunst und spielten Musik aus der fernen Heimat.

"Ich bin der Diener desjenigen, der mir auch nur einen Buchstaben beigebracht hat" - mit diesem Sprichwort begann der Länderabend des Institutes für Internationale Kommunikation zum Thema Syrien. Seit November haben die dort angemeldeten Schüler aus dem Nahen Osten rund 320 Stunden intensiv auf akademischem Niveau Deutsch gelernt. Unter ihnen sind Iraner und Iraker, aber der Großteil der Gruppe stammt tatsächlich aus Syrien. An diesem Abend wollen sie den anderen Kursteilnehmern und ein paar Gästen ihr Land einmal jenseits von Krieg und Verwüstung näher bringen.

Auf dem Programm steht die Geschichte der Städte Damaskus und Aleppo mit ihren historischen Bauwerken genauso wie die zeitgenössische syrische Kunst. Höhepunkt des Abends ist jedoch der Auftritt eines von den Kursteilnehmern gegründeten Orchesters. Auf einer Oud, einer arabischen Laute, einer Nay, einer arabischen Flöte, und einem Keyboard spielt es - unterstützt durch Sänger - syrische Musik. Die Lieder werden enthusiastisch mitgesungen und beklatscht, vereinzelt wird sogar getanzt.

"Wir können keine Häuser und kein Land mitnehmen, aber Essen und Musik", sagt einer der Sänger Hasan Abbas. Stille im Saal. Der 23-jährige Apotheker ist aus Aleppo mit dem Schiff über das Mittelmeer nach Deutschland gekommen. "Ich konnte nur einen Rucksack mitnehmen", meint Anas Antifa, der über den Landweg ebenfalls aus Aleppo gekommen ist. "Als die Musik spielte, habe ich mich plötzlich wieder zuhause gefühlt."

(sis)
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