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Düsseldorf
NSU-Doku: Nichts gewusst und auch nicht nachgefragt

Düsseldorf. Das alles ist nicht zu fassen. Da besorgt Carsten S. dem mutmaßlichen NSU-Trio eine Waffe und sagt vor Gericht: "Ich hatte ein positives Gefühl, dass die in Ordnung sind." Richter Götzl fragt: "Haben Sie sich keine Gedanken gemacht?" S.: "Ich kann mich an keine erinnern."

Im Central wurde jetzt aus den Protokollen des NSU-Prozesses gelesen. Der läuft seit drei Jahren in München, angeklagt sind Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer, darunter Carsten S. Der Vorwurf: zehnfacher Mord. Drei Stunden sitzen acht Mitglieder des Ensembles an ihren Lesepulten. Zu hören sind: Zeugenaussagen, Gutachten, Anträge. Das ist kein Schauspiel - allenfalls wird mal berlinert -, sondern Dokumentation, die es auszuhalten gilt. "Die haben geklingelt und rein", sagt einer, der dem Neonazi-Trio - Zschäpe, Mundlos, Böhnhardt - Unterschlupf gewehrte. Warum sie sich verstecken, hätten sie nicht gesagt. "Ich hab' auch nicht nachgefragt." Später schildert noch Gerichtsreporterin Annette Ramelsberger, die die Protokolle verfasst hat, ihre Eindrücke. Gegen Verschwörungstheorien rund um die Mordserie argumentiert sie - da steckt Erkenntnisgewinn drin. Am 13. Mai, 20 Uhr, folgt der zweite Teil der Lesung. Unbedingt hingehen.

(kl)
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