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Lokalsport
Ein Flüchtling im Handball-Tor

Düsseldorf. Der Syrer Khaled Masalma hat mit der zweiten Mannschaft des ART den dritten Platz in der Landesliga im Visier. Von Benedikt Gietmann

Wenn bei den Handballspielen des Landesligisten ART II der Anpfiff ertönt, steht seit Anfang dieser Saison ein ganz besonderer Akteur im Fokus. Khaled Masalma heißt der, verstärkt das Team der Rather auf der Torhüterposition und konnte dabei schon mit einigen Paraden auf sich aufmerksam machen.

Dabei lebt der gebürtige Syrer noch gar nicht so lange in Deutschland. Vor einem Jahr trat er als einer der ersten Bürgerkriegs-Flüchtlinge den Weg von Syrien nach Deutschland an und lebt seitdem in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Trainer Benny Daser zeigt sich sehr zufrieden mit dem seinerzeit unverhofften Zugang und merkt vor allem die reibungslose Integration positiv an: "Khaled war schon ein halbes Jahr in Deutschland, als er zum ART kam. Schon am Anfang konnte man ihn gut verstehen. Er ist immer bemüht, deutsch zu sprechen und macht dabei zusehends Fortschritte. Die Mannschaft hat ihn super aufgenommen."

Daser, der das Amt des Trainers erst vor Kurzem übernommen hat und zudem selbst wieder als Spieler der Mannschaft agiert, nachdem er längere Zeit verletzungsbedingt pausieren musste, beschreibt Masalma dabei als ruhigen Zeitgenossen: "Er hört sich alle Anweisungen genau an und versucht, diese dann zu unserer Zufriedenheit umzusetzen." Hoch anzurechnen ist dem Syrer, der bereits in seiner Heimat Handball spielte, dass er sich in Eigeninitiative beim Allgemeinen Rather Turnverein meldete. Er ist damit das ideale Beispiel für die vielleicht beste Möglichkeit, sich durch sportliche Betätigung aktiv in das soziale Leben des Landes zu integrieren.

Wer die Mannschaft des ART II, die aktuell auf dem vierten Tabellenplatz der Landesliga rangiert, live an der Rückerstraße betrachten möchte, kann dies in dieser Saison noch einmal tun: Am 7. Mai um 14.30 Uhr im Derby gegen Fortuna. Mit zwöf Siegen aus zwölf Spielen 2016 sind die Rather derzeit nur noch einen Punkt von Platz drei entfernt, dessen Erreichen sich die Schwarz-Gelben als Ziel für die restliche Saison auf die Fahne geschrieben haben.

Quelle: RP
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