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Lokalsport
Fortunas U23 verspielt ihren Vorsprung

Düsseldorf. Der Fußball-Regionalligist verliert das Spiel gegen den Bonner SC mit 1:3 und büßt so weiter an Boden im Abstiegskampf ein. Überschattet wird die Niederlage von einem Vorfall kurz nach dem Schlusspfiff. Von Maximilian Lonn

Es waren unschöne Szenen, die sich da nach dem Schlusspfiff abspielten. Während sich die Spieler des Bonner SC ausnahmslos in den Armen lagen und den wichtigen 3:1-Sieg bei Fortunas Zweitvertretung bejubelten, bekamen sich wenige Meter von der Jubeltraube entfernt Bonns Co-Trainer Michael Braun und Düsseldorfs Cheftrainer Taskin Aksoy in die Wolle. Und es blieb nicht allein bei deftigen Worten. Denn wie mehrere Augenzeugen einstimmig berichteten, soll Braun zu Aksoy gesagt haben, dass man ihn dorthin zurückschicken solle, wo er herkomme. Für den türkischstämmigen und gebürtigen Berliner ein klarer Affront. Nur mit Mühe konnten die beiden Streithähne voneinander getrennt werden.

Es war die Fortsetzung einer längeren Auseinandersetzung, die in der zweiten Halbzeit ihren Höhepunkt fand, als Schiedsrichter Cem Sayilgan Braun nach mehrfachen Reklamierens auf die Tribüne schickte. Bereits zuvor hatten beide Parteien den einen oder anderen verbalen Giftpfeil hin- und hergeschossen. Aksoy bedachte die Hinausstellung seines Kollegen demonstrativ mit Applaus.

Sportgerichtliche Konsequenzen ob seines verbalen Aussetzers muss Braun übrigens nicht befürchten, da Sayilgan von dem Vorfall nichts mitbekam und entsprechend auch keinen Sonderbericht anfertigte. Ob die Flingerner selbst noch mal aktiv werden, ist - Stand gestern - nicht bekannt. Fortunas Nachwuchschef Frank Schaefer erklärte dazu: "Es war ein emotionales Spiel. Wir kommentieren die Vorgänge nicht öffentlich und konzentrieren uns auf die Dinge, die vor uns liegen." Und das sind nach den Eindrücken vom Spiel eine Menge. Innerhalb von nur zwei Wochen hat die "Zwote" ihren komfortabeln Vorsprung auf die Abstiegsplätze eingebüßt. Vier statt zuvor zehn Punkten Polster sind nun schwer verdauliche Realität.

Besonders bitter: Gerade jetzt, wo die Konkurrenz aus der unteren Tabellenhälfte zuverlässig punktet, erlaubt sich die Aksoy-Elf eine Schwächephase. Dabei hätte die Partie nach dem Halbzeitstand von 0:1 einen anderen Verlauf nehmen können, hätten die Rot-Weißen zwischen der 50. und 56. Minute aus ihren vier Großchancen mehr als nur eine durch Taylan Duman verwandelt. Stattdessen verteilten sie in der Defensive großzügig Geschenke. "Das waren zwei Gegentore, die jeder Beschreibung spotten", sagte ein völlig bedienter Aksoy. "So kann man natürlich kein Spiel gewinnen. Schade, denn es war ein Spiel, in dem wir punkten wollten und es auch hätten können."

Quelle: RP
 
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