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Lokalsport
Yuki Fujita kämpft sich nach oben

Düsseldorf. Die Japanerin vom Judoclub 71 ist deutsche Meisterin im Shotokan-Karate. Von Tino Hermanns

Die unterschiedlichen Bestimmungen der deutschen Sportfachverbände machen es möglich: So können im Fußball auch Franzosen, Österreicher oder Brasilianer deutsche Meister werden. Kein Wunder also, dass eine Japanerin, in diesem Fall Yuki Fujita, deutsche Meisterin im Shotokan-Karate wurde. "Sie hat ihren Lebensmittelpunkt in Düsseldorf und startet für den Judoclub 71", erläutert Judoclub-Vorsitzender Sebastian Witzmann. Und deshalb war Fujita auch zur städtischen Ehrung der erfolgreichen Sportler 2015 in nicht-olympischen Sportarten und den Altersklassenmeister in olympischen Sportarten in den Jan-Wellem-Saal des Rathauses eingeladen.

Fujita holte sich die Meisterschaft nach Version des DJKB (Deutscher JKA Karate Bund) in beeindruckender Manier. Mit einem "ura mawashi geri", einer spektakulären Fußtechnik, bei der das Bein von außen um die Gegnerin herumgeführt und mit der Ferse der Hinterkopf getroffen wird, bezwang Fujita im DM-Finale Michaela Reinhard (München). Und die ist im April als Mitglied der deutschen Nationalmannschaft in Dublin Europameisterin geworden.

Erst vor sechs Jahren begann Yuki mit dem Karate, stieg aber sofort voll ein. "In Japan habe ich sieben Tage in der Woche trainiert", erzählt die 22-Jährige.

Dass sie ein ausgesprochen großes Talent ist, bewies sie, als sie bereits mit 17 nordjapanische Meisterin wurde. Mit 18 entschloss sie sich, nach Düsseldorf zu kommen. "Ich wollte raus aus meinem Elternhaus und selbstständig werden", erklärt Fujita. "Zunächst habe ich hier keine gescheite Trainingsmöglichkeit gefunden. Erst 2014 habe ich den Dojo Yamato im JC 71 entdeckt und mich dort sofort wohl gefühlt", erzählt die Karateka. Wohl auch, weil in Keigo Shimutzu ein hoch angesehener Karate-Lehrer dort unterrichtet.

Der Meistertitel hat sie motiviert, international tätig zu werden. Sie will ihre Trainingsumfänge steigern und beim Auswahllehrgang für die japanische Nationalmannschaft antreten. "Ich bleibe aber Mitglied im JC 71 und komme auch nach Düsseldorf zurück. Alle meine Freunde sind hier", erklärt Fujita. Da scheint künftigen Einladungen in den Jan-Wellem-Saal nichts im Wege zu stehen. Diesmal wurden Welt-, Europa- und Deutsche Meister aus 17 Sportarten und 25 Vereinen geehrt.

Quelle: RP
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