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Foto-Wettbewerb
Auf Motivjagd durch die Stadt

Foto-Wettbewerb: Auf Motivjagd durch die Stadt
Umringt von Fotografen: Martin Rüttgers gibt am Kö-Bogen die Themen für den Wettbewerb bekannt. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Er läuft und läuft und läuft. Benjamin Diemann, ein adrett gekleideter Herr von 30 Jahren, läuft durch Düsseldorf. Vom Uecker-Nagel am Kö-Bogen wendet er sich in Richtung der Altstadt, zum Rheinufer hin, immer weiter. Er sucht etwas, muss etwas finden, weiß aber gar nicht genau was. Von Henning Rasche

Deshalb läuft Diemann mit seiner Umhängetasche durch die Straßen, schaut sich die vielen lustigen Gesichter des Japan-Tages an und sucht weiter. In der Umhängetasche hält er das Wichtigste parat: den Fotoapparat.

Am Samstag waren in der Landeshauptstadt die Fotojäger unterwegs. Hobbyfotografen aus ganz Deutschland machten sich beim "Foto-Marathon" sechs Stunden lang auf die Jagd nach dem idealen Motiv. Acht Themen mussten sie in dieser Zeit bearbeiten. Das bedeutet, dass zu jedem der Themen am Ende des Tages ein schönes Bild auf der Speicherkarte sein muss. Alle diese acht Themen bezogen sich inhaltlich auf Werbung, also berühmte Werbekampagnen oder -sprüche, die Bezug zu Düsseldorf haben.

Der Hintergrund ist jeweils ein Computerbild - auch das ist erlaubt. FOTO: Antje Terhaag

Deswegen und nur deswegen läuft Benjamin Diemann und läuft und läuft. Er bearbeitet am frühen Samstagnachmittag die zweite Etappe und ist beim fünften Thema angekommen, dem Slogan nämlich, den der Düsseldorfer Werber Werner Butter dem VW-Käfer vor einigen Jahrzehnten gegeben hat. Es regnet, weswegen Diemann jemanden sucht, dem die Schminke verlaufen ist - zum Beispiel. Diemann lässt sich treiben, wie er sagt.

Es ist ein gemütliches Gespräch, bis Diemann, der Frankfurter, plötzlich lossprintet: Er hat jemanden entdeckt. Freundlich bittet er um ein Foto von dem jungen Mann, dessen weiße Cosplay-Schminke wahrlich Opfer der Regenschauer geworden ist. Benjamin Diemann bietet ihm an, das Foto später per Mail zu schicken. Er versichert, dass das Gesicht nicht genau zu erkennen sei; zu gut weiß er um die Problematik des Rechts am eigenen Bild.

Axel Böttcher hat 2014 kunstvoll Blumen fotografiert (Ausschnitt). FOTO: Axel B.

Diemann hat eine sehr gute Systemkamera, "die ist besser als diese Einsteiger-Spiegelreflexkameras". Vor zwei, drei Jahren hat er begonnen, sich intensiv mit Fotos auseinanderzusetzen. Seitdem fährt er auch für einen Foto-Marathon aus Frankfurt nach Düsseldorf.

Antje Terhaag ist die Organisatorin. Seit 2014 hat sich das Teilnehmerfeld auf mehr als 100 verdoppelt. "Das haben wir auch der neuen Kooperation mit dem NRW-Forum zu verdanken", sagt sie. Ab dem 19. Juni sind alle Fotos dort zu sehen. Bis dahin sind die Beiträge geheim. Für die RP hat Terhaag aber ein paar schöne Fotos außer Konkurrenz gemacht - und zwei beispielhafte Umsetzungen aus dem Vorjahr geschickt. 

Quelle: RP
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