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Benrath
Abriss auf BEA-Brache geht zügig voran

Benrath. In rund drei Wochen sollen die oberirdischen Abbrucharbeiten auf dem Areal an der Telleringstraße beendet sein. Dann werden die Baustoffe für das Recycling noch sortiert und zerkleinert. Von Andrea Röhrig

Die beiden Baustellen liegen keine 100 Meter voneinander entfernt: Doch während auf der ehemaligen Thyssen-Krupp-Brache in der Paulsmühle fleißige Handwerker gerade das Albrecht-Dürer-Berufskolleg hochziehen, verschwindet gegenüber ein weiteres Stück Düsseldorfer Industriegeschichte. Mit großen Schritten geht der Abbruch der Werkshallen auf dem ehemaligen BEA-Gelände voran. Dort entwickelt die Kölner Artemis Development das Mühlenquartier mit rund 375 Wohnungen.

Bereits Ende der Woche wird die Bebauung zur Telleringstraße verschwunden sein. Am Montag vor einer Woche wurde mit diesem Teil der Abbrucharbeiten begonnen. Damit keine abgebrochenen Steine auf Gehsteig oder Fahrbahn landen hält ein riesiger Kran eine große, feste Gummiwand so hoch, dass sie den Puffer bildet. Dahinter nehmen Bagger Stück für Stück das Gebäude auseinander und sortieren auf dem Gelände die Bestandteile vor: Stahlträger hier, Steine dort. In rund drei Wochen sollen die oberirdischen Arbeiten erledigt sein, berichtet Bauleiter Michael Richter von der Firma Rhiem & Sohn. Dann geht es an das Sortieren und Zerkleinern. Vieles von dem, was einst mehreren hundert Arbeitern als Arbeitsplatz diente, soll - wie es heute üblich ist - weiterverwendete werden.

Eigentlich hatte das Abbruchkonzept eine andere Reihenfolge vorgesehen. "Wir wollten dieses Gebäude zur Telleringstraße zuletzt abreißen, um das Gelände nach außen abzusichern", erläutert Jasmin Kollatsch vom Entwickler Artemis. Doch dann fegte Ende Februar Dachpappe und Holzstücke auf den Bürgersteig. Die Entscheidung fiel danach schnell, diesen Bereich vorzuziehen.

Kollatsch hofft, dass im Oktober die erste Baugrube ausgehoben werden kann. Zu dem Zeitpunkt hofft sie auch mit der Erteilung der Baugenehmigung durch die Stadt. Die Häuser mit den insgesamt rund 375 Wohnungen werden von hinten nach vorne gebaut. Bedeutet: Das erste wird entlang der Bahnlinie errichtet. Auf dem Gelände entstehen mehrere Mehrfamilienhäuser. Kurzzeitig habe sie bei der Übernahme des Projektes vom Voreigentümer - einer Fondsgesellschaft aus Luxemburg - überlegt, Teile der alten BEA-Hallen zu Loft-Wohnungen umzubauen. Doch schnell sei klar gewesen, dass die damals beim Bau verwendeten Materialien nicht hochwertig genug gewesen seien. Der jahrelange Leerstand samt den daraus folgenden ungebetenen Gästen, die sich nicht alle zu benehmen wussten, war auch geschuldet, dass niemand mehr vor dem Abriss in die Hallen durfte. "Das war uns einfach zu gefährlich", sagt Kollatsch.

Ein Stück Geschichte haben sie vor dem Verschwinden retten können: Eine alte - wenn auch kaputte - Uhr, die den Arbeitern anzeigte, wann Feierabend war. Kollatsch: "Allerdings war das knapp, weil unsere Arbeiter bereits in dem Bereich angefangen hatte, wo sie hängt." Was damit geschehen soll?

Die CDU in der Bezirksvertretung 9 hatte in der Januar-Sitzung den Wunsch aus der Bevölkerung aufgegriffen und die Verwaltung gebeten, zu prüfen, ob die Uhr an einer anderen Stelle in der Paulsmühle - zum Beispiel Ecke Paulsmühlen-/Telleringstraße aufgehängt werden kann.

Quelle: RP
 
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