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Benrath
Hänsel kocht - wenn es trocken bleibt

Benrath. Der WDR-Koch und Gastronom will auf Einladung der Benrather Markt-Initiative morgen auf dem Markt mit Zutaten der örtlichen Marktstände was zaubern. Zur Markt-Attraktivierung wollen sich Politik und Initiative bald treffen. Von Andrea Röhrig

In der Stadtverwaltung ist man davon überzeugt, dass der Benrather Marktplatz gut ist, wie er ist. Eigentlich ist es nur einigen - nennen wir sie widerspenstigen - Händlern, die sich weigern, sich an die neue Form der Aufstellung der Wagen (Rücken an Rücken) zu halten, geschuldet, dass er nicht so richtig ans Laufen kommt.

Dieser Eindruck musste bei den Zuschauern der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung 9 entstehen. Denn bevor es in die eigentliche Tagesordnung ging, nutzte die Benrather Markt-Initiative die Möglichkeit der Einwohnerfragestunde. Deren Mitglieder um die Benratherin Karin Fuchs setzen sich seit über einem Jahr dafür ein, den Markt und seinen Platz - sowohl während der Öffnungszeiten als auch an Sonn- und Feiertagen - attraktiver zu gestalten. Unter anderem luden sie Ende September zum 111-jährigen Bestehen des Marktes zu einem bunten Fest auf den Platz.

Für den morgigen Donnerstag hat die Initiative zudem den WDR-Koch Dave Hänsel zum Kochen nach Benrath locken können. Doch der Gastronom, der inzwischen auf dem Carlsplatz ein Bistro unterhält, behält sich bis zuletzt vor, bei Regen nicht zu erscheinen.

Deshalb studiert Karin Fuchs derzeit eifrig verschiedenste Wettervorhersagen. Nach der neuesten, die sie gestern gefunden hat, soll es in der Zeit, wo Hänsel kochen will, zwischen 10 und 12 Uhr, trocken bleiben. Das alles ist mehr als die Verwaltung bislang zur Attraktivierung des Marktes, den auch die BV-Politiker seit nunmehr zwei Jahren fordern, zuwege gebracht hat. Die Mitglieder der Initiative wünschen sich mehr Grün auf dem Platz und mehr Bänke. Gehör fanden sie mit ihren Wünschen bereits bei den Mitgliedern der BV 9. Die hatte 50.000 Euro aus ihren so genannten Verfügungsmitteln bereitgestellt.

Von dem Geld soll vor allem der Brunnen rundherum mit Planken versehen werden, so dass er als Sitzgelegenheit dienen kann. Auch ein bisschen mehr Grün soll es geben; aber keine weiteren Bäume auf der Platzfläche. Das Anbringen der Planken kann allerdings erst nach dem Abbau des Weihnachtsdörfchens angegangen werden. Denn auf die Brunnen-Umrandung kommt der Glühweinstand. Und so wolle man nun bei dem Aufbau schauen, wie die Planken so angebracht werden können, dass sie weiter den Aufbau des Getränkebüdchens erlauben, berichtet die Verwaltung. Doch zurück zu den Antworten der Verwaltung auf die Fragen der Initiative. Dabei hat der Verfasser tief in der jüngsten Geschichte des Marktes gewühlt. 2004 habe es einen Ideenwettbewerb gegeben, bei dem sich die Bevölkerung dafür ausgesprochen habe, dass der große Spaltpilz weg und der Brunnen erhalten bleiben solle, heißt es. Bei der ab 2006 folgenden Umgestaltung Dabei habe man auch den Platz neu gepflastert. Als Gestaltungselement habe man verschiedene Schraffierungen gewählt, damit sich "ein buntes Marktleben entfalten kann. Eine Neu-Planung ist nicht beabsichtigt." So sei damals auch festgelegt worden, dass der Markt von Einbauten frei bleiben solle. Die Verwaltung erteilte auch dem Wunsch nach mehr Bänken eine Absage: 2007 seien genügend Bänke aufgestellt worden. Dadurch, dass sie willkürlich umgestellt würden, herrsche ein anderer Eindruck.

Die Mitglieder der BV wollen diesen - doch recht positiven Endruck der Verwaltung - so nicht teilen. Stattdessen schlug Udo Skalnik, stellvertretender Bezirksbürgermeister (SPD), vor, dass es noch einmal ein fraktionsübergreifendes Treffen mit der Marktinitiative geben soll, um die "Gemengelage zu sichten." An dem Gespräch will auch Seniorenrätin Heidrun Hoppe teilnehmen. Skalniks Vorschlag ist bei Fuchs und ihren Mitstreitern gut angekommen. Fuchs hofft nun auf einen schnellen Termin.

Quelle: RP
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