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Friedrichstadt
Friedrichstraße: "Meckern muss ein Ende haben"

Friedrichstadt. Bei der Mobilen Redaktion der RP zur Zukunft der Straße gab es viel Ratlosigkeit. Und immerhin eine wichtige Erkenntnis. Von Torsten Thissen

Der erste kommt noch vor 11 Uhr, dem eigentlichen Beginn der Mobilen Redaktion auf der Friedrichstraße. Ibrahim Hennecke betreibt seit elf Jahren die "Kichererbse" auf dem Kirchplatz und beklagt einen Umsatzrückgang von 40 Prozent in den letzten Jahren. "Ich würde vielleicht weggehen, aber habe keine wirkliche Alternative zu dem Standort", sagt er. Er hofft, dass nach der Umgestaltung alles besser wird, allerdings hänge vieles davon ab, was denn nach dem Stern-Verlag kommt.

Eine Meinung, die von vielen hier geteilt wird, denn die Menschen in Friedrichstadt machen sich große Sorgen um ihren Stadtteil. Joachim Richter etwa sorgt sich um das Niveau: Denn es sei ja nicht nur so, dass Läden geschlossen hätten, sondern es haben ja auch neue aufgemacht. "Viele Ein-Euro-Läden und Ketten", sagt er, der Schwerpunkt der Düsseldorfer Innenstadt sei nach Norden gelegt. Für ihn ist die Schließung der größten Buchhandlung Düsseldorfs im März eine "Katastrophe" für die Friedrichstraße. Bei der Umgestaltung der Friedrichstraße plädiert er für Radwege in beide Richtungen. Eine Meinung, die von Günter Kanssen geteilt wird. Kein Radfahrer werde über die Elisabethstraße kommen, sagt er. Dafür nähme er auch einen Wegfall von Parkplätzen in Kauf. Das wiederum hören die verbliebenen Händler nicht gerne. "Parkplätze sind wichtig", sagt Ute Malve, von Roland Herrenschuhe. Die Brötchentaste, mit der Autofahrer etwas besorgen können - Herrenschuhe zum Beispiel - ohne Parkgebühren zu zahlen, funktioniere in Langenfeld hervorragend. Auch Jörg Menzel von Menzels Lokschuppen fände solch eine Regelung gut. "Auf jeden Fall wollen wir aufhören, zu meckern. Vielleicht haben wir Händler schon zuviel geklagt, aber wir können ja auch nicht sagen, dass alles super ist, wenn dem nicht so ist", sagt er. Zumal er vorhat, an seinem Standort festzuhalten, wie er betont. Natürlich sei man an den Planungen für die Neugestaltung der Friedrichstraße beteiligt gewesen, aber letztlich "haben die nur so getan, als ob wir mitreden könnten!" Für Josef Günter sollte das Vorbild für die Düsseldorfer Innenstadt nicht Langenfeld, sondern Kopenhagen oder Oslo sein. Mehr Platz für Fahrräder, weniger oder gar keine Parkplätze will er in der Friedrichstraße, damit sich die Aufenthaltsqualität verbessert. "Den Lärm und den Gestank kann man heute niemandem mehr zumuten", sagt Günther.

Für Ralf Klein vom CDU-Ortsverband ist die Krise hausgemacht. Die Straße wurde schlechtgeredet, vor allem von der Interessengemeinschaft. "Das Meckern muss ein Ende haben", sagt er, was bei einigen Passanten doch ein mittleres Kopfschütteln auslöst. Sie machen auch die Politiker und Stadtplaner für die Misere verantwortlich.

Quelle: RP
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