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Garath
Flüchtlingshelfer zum Dankeschön-Fest eingeladen

Garath. An den Tischen im Innenhof der Freizeitstätte Garath sitzen zahlreiche Gäste - die Atmosphäre ist wie unter guten Freunden. Uwe Sandt, Leiter der Verwaltungsstelle jeden bei seiner Ankunft mit Händedruck oder Umarmung begrüßt. Am Samstag lassen es sich rund 100 Flüchtlingshelfer bei einem Helferfest gut gehen. Die Politik möchte das Ehrenamt stärken, erklärt Sandt.

Eingeladen haben die Bezirksvertreter des Stadtbezirks 10, organisiert die Mitarbeiter der Verwaltungsstelle. "Der Satz 'wir schaffen das' ist etwas unpopulär geworden", resümiert Bezirksbürgermeister Uwe Sievers (SPD) zur Begrüßung. Doch der Stadtbezirk habe mit Hilfe seiner Ehrenamtlichen gezeigt, wie es richtig ginge. Heute hieße es Danke sagen, den Einsatz zu würdigen und die Helfer in den Mittelpunkt zu stellen. Oberbürgermeister Thomas Geisel lässt sich ebenso aus terminlichen Gründen entschuldigen wie Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch. Allerdings nicht ohne Dank und gute Wünsche auszurichten.

Hier wird ein entspanntes Fest gefeiert ohne große Formalitäten. Antipasti stehen bereit, der Grill läuft heiß, die Menschen lachen und plaudern, dazu spielen bulgarische Musiker sehnsuchtsvolle Klänge. Sandt hat die Band "Varna" vom Fleck weg engagiert und freut sich über diesen Clou. "Die Drei spielten in der S-Bahnunterführung. Ich habe ihnen gesagt, dass ich ein Fest organisiere, wir haben die Gage ausgehandelt und heute sind sie da", erzählt er vergnügt.

Karin Oloff-Theis ist mit ihrem Mann ebenfalls gekommen und genießt das Drumherum. Seit Anfang des Jahres engagiert sich die Heilpädagogin in der Traglufthalle in der Koblenzer Straße. "Die Kinder sind sehr begierig", sagt sie. Ihr Anliegen sei nicht allein das Spiel, sie wolle die Kinder fördern. Etwas chaotisch ginge es manchmal schon zu, "man weiß nie, was kommt", kommentiert sie lächelnd die Situation.

Rolf Voigtmann ist mit Ali Ali - so heißt der junge Syrer - in ein Gespräch vertieft. Flüchtlingshilfe, das war bereits in den 90er Jahren sein Thema. "Wir Ehrenamtliche wollen gar nicht in den Himmel gehoben werden", meint er schmunzelnd. Ein bisschen mehr Akzeptanz wäre allerdings hilfreich. "Manchmal hat man das Gefühl lästig zu sein", sagt Voigtmann, seine Begleitung zu amtlichen Angelegenheiten im Blick. Sein Schützling Ali Ali studierte in Aleppo und machte vor kurzem ein Praktikum. "Umsatzsteuer", sagt Ali und lässt sich lachend das Fachchinesisch auf der Zunge zergehen. Die Begriffe machen ihn ratlos, aber nicht mutlos. "Papa und Mama (so nennt er seine Helfer) tun mir gut", sagt er. Wie es sei, wenn Menschen etwas für andere tun, das habe er in Deutschland erfahren.

(bgw)
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