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Gerresheim
Die Poller müssen weg

Gerresheim: Die Poller müssen weg
Die gesetzten Poller sollten den Schleichverkehr am Alten Markt verhindern. Dieses Ziel wurde nicht erreicht, findet eine Mehrheit der Anwohner. FOTO: M. Ingel
Gerresheim. Bezirksvertretung 7 beschließt, dass die Durchfahrt am Alten Markt in Gerresheim wieder geöffnet wird. Von Marc Ingel

In einer Demokratie sollte gemeinhin das gemacht werden, was die Mehrheit will. Und so wird nun auch bei den beiden Pollern vorgegangen, die die Durchfahrt am Alten Markt zum Steinweg verhindern. Sie kommen weg, so hat es mehrheitlich die Bezirksvertretung 7 beschlossen.

Es war ohnehin nur eine Testphase von sechs Monaten vorgesehen, und die ist längst abgelaufen. Kanalarbeiten kamen dazwischen. Eine Befragung der Anwohner von Altem Markt und Gerricusplatz konnte dementsprechend erst verspätet durchgeführt werden, die Ergebnisse waren jedoch eindeutig: Eine Mehrheit hat sich dafür ausgesprochen, die Poller wieder zu entfernen. "Dem muss man sich dann auch mal beugen", begründete Sönke Willms-Heyng den entsprechenden FDP-Antrag. Ganz anders sah das die SPD, die eine Beibehaltung der Poller forderte. "Eine Befragung ist keine Abstimmung", bezweifelte Elke Fobbe die Repräsentativität, denn die Menschen am Gerricusplatz hätten sehr wohl vom Durchfahrverbot profitiert. Sie bezweifelte zudem die Einschätzung der Anlieger, durch die Poller hätte sich der Verkehr nicht verringert: "Dieser Eindruck ist so nicht haltbar. Messungen haben ergeben, dass sich der Verkehr durch das Setzen der Poller um circa 30 Prozent reduziert hat." Eva Mörger von den Grünen würde am liebsten die Autos ganz aus dem historischen Ortskern Gerresheims verbannen: "Diese beiden schönen Plätze sind für die Menschen, nicht für die Autos."

Wolfram Müller-Gehl von der Linken, der ebenfalls von einer "eher zufälligen Mehrheit gegen die Poller" ausgeht, brachte als Alternative einen Änderungsantrag ein. Statt der Poller könne der Schleichverkehr vom Gerrciusplatz über den Alten Markt zum Steinweg auch durch ein zweifaches Rechtsabbiege-Gebot inklusive Einbahnstraßenregelung an der Ostseite des Alten Marktes erreicht werden. Was aber wiederum den Abfluss des Verkehrs über die Straße Am Wallgraben bedingen würde, "und das kann dieses Nadelöhr nicht leisten", gab Ingolf Rayermann (CDU) zu bedenken, der darüber hinaus zu der von Maria Icking (Grüne) ins Spiel gebrachten Verkehrszählung (626 Autos für diesen Bereich am Tag) Stellung bezog: "Das sind 26 Autos die Stunde, dort wo Geschäfte, Gaststätten und die Kirche sind. Das ist gar nichts." Sein Vorschlag (für später): Tempo 20 auf dem Gerricusplatz. Die drohende Patt-Situation entschied letztlich Michael Möller (Deutsche Sportpartei): "Durch die Poller hat sich nichts verbessert." Damit wurde der FDP-Antrag mit 10:8-Stimmen angenommen.

Ein weiterer SPD-Antrag wurde im Anschluss einstimmig angenommen, und der hat ebenfalls mit der kopfsteingepflasterten Straße rund um den Gerricusplatz zu tun. Die Pflastersteine entlang des Fahrweges stünden zum Teil schräg, und beim Überfahren würden sie aneinanderstoßen. "So kommt es zu unnötig starken Geräuschentwicklungen und Erschütterungen. Diese Schäden und die Verfugung sollten daher ausgebessert werden", forderte Joachim Heuter. Die Verwaltung soll jetzt prüfen, wie die Pflasterung rund um den Gerricusplatz ausgebessert werden kann - inklusive Kostenschätzung.

Quelle: RP
 
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