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Kaiserswerth
Aus Schule wurde Museum

Kaiserswerth. Seit 25 Jahren besteht das Kaiserswerther Museum. In dieser Zeit wurden 70 Ausstellungen mit aktuellen und historischen Bezügen und Künstlern gezeigt. Darauf ist Leiter Wilhelm Mayer durchaus stolz. Von Julia Brabeck

Gleich zwei besondere Termine kann das Museum Kaiserswerth des Heimat- und Bürgervereins (HBV) in diesem Jahr feiern. Zurzeit wird dort mit Bildern und Objekten der Künstlerin Ingrid Obendiek die 70. Ausstellung gezeigt, außerdem besteht das Museum an der Fliednerstraße seit 25 Jahren.

Die Idee zu einem eigenen Museum für Kaiserswerth ist aber viel älter, sie stammt schon aus den 1950er Jahren. Bewegung in die Sache kam aber erst 1984. In Galerieräumen am Kaiserswerther Markt wurden historische Karten aus der Sammlung Felix Ganteführer und Keramikarbeiten des Künstlers Hannes Esser, der als Vorlage alte Stiche mit Kaiserswerther Motiven verwendet hatte, gezeigt.

Der große Erfolg - annähernd 3000 Bürger besuchten die damaligen Ausstellung - spornten Hannes Esser, Mitbegründer des Heimat- und Bürgervereins, und Wilhelm Mayer, heutiger Vorsitzender des Vereins, an. Esser schuf in zweijähriger Arbeit ein sechs mal vier Meter großes Stadtmodell aus Keramik. Dieses gibt das Erscheinungsbild der Festungsstadt mit ihren Bastionen und Ravelins sowie ihrer Bebauung wieder, die bis zur Zerstörung im Spanischen Erbfolgekrieg 1702 erhalten blieb.

Eine dauerhafte Bleibe für das große Werk wurde gesucht und im ehemaligen Fliedner-Schulgebäude schließlich gefunden. Mit einer Ausstellung zum 400. Geburtstag von Friedrich Spee wurde dort 1991 die Eröffnung des Museum Kaiserswerth gefeiert, dessen Zentrum nach wie vor das Stadtmodell bildet. Ergänzt wird dieses durch große Schautafeln, welche die Geschichte des ältesten Düsseldorfer Stadtteils widerspiegeln.

Viel Platz gibt es in dem 220 Quadratmeter großen Museum für Wechselausstellungen. "Wir bieten hier vor allen Dingen für Künstler aus dem Düsseldorfer Norden eine Ausstellungsmöglichkeit, zeigen aber auch gerne Schauen zur Geschichte von Kaiserswerth", sagt Mayer. Themen waren beispielsweise schon die Kaiserswerther Rat- und Bürgerhäuser, das Naturschutzgebiet im Friedrich-Spee-Biotop, 300 Jahre Belagerung und Zerstörung von Kaiserswerth und die Eingemeindung nach Düsseldorf im Jahr 1929.

"Alle wichtigen alten Künstler, die sich in irgendeiner Form mit Kaiserswerth auseinandergesetzt haben, habe ich - bis auf August Kaul - gezeigt", sagt Mayer. In großen Retrospektiven waren etwa Werke von Wilhelm Degode, Cornelis de Waal, Hans Vitz und Adolf de Haer zu sehen. Um solche Ausstellungen konzipieren zu können, muss Mayer oftmals viel Forschungsarbeit leisten, denn häufig sind die Werke des jeweiligen Künstlers weit verstreut und gibt es keine Aufzeichnungen über den Künstler selbst. "Zum Glück bin ich gut vernetzt und kenne inzwischen viele Kaiserswerther Familiengeschichten", sagt Mayer, der Geschichte und Archäologie studiert hat.

Inzwischen füllen viele Kisten das Archiv des Museums, denn jede Ausstellung wird von Mayer akribisch dokumentiert. In Kartons werden etwa Fotos, die Einladungen, Plakate und Pressematerial gelagert. Und die Sammlung wächst stetig, denn viele weitere Schauen sind geplant, unter anderem eine Ausstellung, die alle bisherigen Ausstellungen mit historischen Themen umfasst. "Außerdem will ich endlich auch August Kaul zeigen. Da muss ich aber noch ordentlich forschen", sagt der Museumsleiter, der nicht müde wird, sich mit der Kaiserswerther Geschichte zu beschäftigen.

Quelle: RP
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