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Düsseldorf-Kaiserswerth
Auto von Notfallparkplatz abgeschleppt - Mutter sauer

Kaiserswerth. 250 Euro will eine Frau erstattet bekommen, die ihr Kind mit akuter Atemnot in die Ambulanz des Florence-Nightingale-Krankenhauses brachte, und deren Wagen dort abgeschleppt wurde.

Am 11. Januar hatte die Frau auf den für Notfälle vorgesehenen Kurzzeitparkplätzen geparkt. Dort beträgt die Höchstparkzeit 60 Minuten. Bei ihrer siebenjährigen Tochter wurde ein schwerer Asthma-Anfall diagnostiziert, die Versorgung und Verlegung des Mädchens auf eine Station dauerte rund drei Stunden. Als die Frau zu ihrem Wagen zurückkehren wollte, war er weg. Das schreibt die Mutter in einem Brief an die Krankenhausleitung, der unserer Redaktion vorliegt. Laut eigener Angaben fragte sie einen Krankenpfleger, ob sie den Wagen dort parken könne. "Ich könne dort ruhig stehenbleiben", sei ihr versichert worden, man lasse die betreffenden Patienten ausfindig machen, bevor abgeschleppt werde. Das sei aber nicht geschehen.

Die Frau wirft der Krankenhausleitung nun vor, dass mit Patienten "Kasse gemacht" werde. Die alleinerziehende Mutter ärgert besonders, dass sich die Diakonie als "familienfreundlich" darstelle und sich nun "derart unsozial" verhalte. Sie will auch von weiteren ähnlichen Fällen wissen. Daher verlangt sie die Erstattung von 200 Euro Abschleppkosten und weitere 50 Euro für Aufwendungen wie Telefonkosten.

Die schriftliche Antwort von Verwaltungsdirektor Stefan Rehr ist jedoch eindeutig: Man bedaure, dass das Auto abgeschleppt wurde und könne die Situation gut nachvollziehen, sich aber nicht an den Kosten beteiligen. Die Begründung: "Wir sind leider gezwungen, insbesondere während der Umbauzeit, das Parken auf dem Gelände streng zu überwachen, da nach unseren Erfahrungen ansonsten ein Verkehrschaos entsteht."

Auch Klaus Riesenbeck, Sprecher des Vorstandes der Kaiserswerther Diakonie, äußerte sich ähnlich: "Wir können den Ärger der Mutter über die entstandenen Abschleppkosten verstehen. Und wir sind froh, dass es ihrer Tochter wieder besser geht", ließ er auf Anfrage mitteilen. Die Parkzeit sei Ende 2015 von 30 Minuten auf 60 Minuten hochgesetzt worden. "Um die Kurzzeitparkplätze für neu ankommende Patienten freizuhalten, ist ein privates Abschleppunternehmen damit beauftragt, bei Zeitüberschreitungen die Autos abzuschleppen. Daran verdient die Kaiserswerther Diakonie keinen Cent." Mit der medizinischen Behandlung des Mädchens, zeigte sich die Mutter im Übrigen sehr zufrieden.

(irz)
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