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Unterrath
Kirche zeigt besondere Luther-Schau

Unterrath. Gemeindemitglieder der Unterrather Petruskirche haben eine Ausstellung mit ungewöhnlichen Stationen über den Reformator geschaffen. Thematisiert werden der Ablasshandel oder wie Luther als Mönch lebte. Von Julia Brabeck

An Martin Luther wird anlässlich des Jubiläumsjahres zum 500. Jahrestag der Veröffentlichung seiner Thesen auf vielfältiger Weise gedacht. In Düsseldorf gibt es beispielsweise Konzerte mit Kompositionen von Luther zu hören und werden Vorträge rund um sein Leben und Wirken gehalten. In der Petruskirche, Am Röttchen 10, ist bis Oktober eine ungewöhnliche Ausstellung zu sehen, die von Gemeindegliedern zusammengestellt wurde. An zwölf Stationen wird sich mit verschiedenen Mitteln Luther angenähert. Themen sind beispielsweise der Ablasshandel um 1500, wie Luther als Mönch lebte und was seine Frau Katharina von Bora bewirkt hat. Dabei wird Luther auch durchaus kritisch betrachtet, seine Feindlichkeit etwa gegenüber Juden, Türken, vermeintlichen Hexen und Bauern nicht ausgespart.

Die Idee zu der Schau hatte Wilhelm Schaffrath. "In Trier habe ich eine hervorragende Ausstellung zu Nero gesehen und das hat in mir den Wunsch geweckt, ebenfalls so etwas Schönes zu machen", sagt der gelernte Ton- und Bildingenieur. Mit anderen Gemeindegliedern hat er sich intensiv in das Thema Luther eingearbeitet und viele Texte erstellt. "Ich glaube, der Herrgott hat uns geholfen, denn viele kleine Zufälle haben zur Realisierung der Schau geführt", sagt Schaffrath. So drohte das gesamte Projekt zu scheitern, weil die Anschaffung von Stellwänden zu teuer geworden wäre. Durch persönliche Kontakte erfuhr eine Mitarbeiterin eines Amtes von dem Problem und spendete Wände, die dort nicht mehr gebraucht wurden.

Glück hatte das Arbeitsteam auch bei der Bebilderung der Show. Doris Peschel, die auch alle Texte redigierte, hatte eine Reise durch Thüringen unternommen und dabei viele Fotos gemacht, ohne zu wissen, dass diese später einmal für eine Ausstellung gebraucht werden könnten.

Neben den Text- und Bildtafeln gibt es auch ungewöhnliche Stationen. So hat die Grafikdesignerin Marion Schmitz aus Glitterfolie und 6200 Pailletten ein Porträt von Luther geschaffen. Über drei Monate hat sie mehrere Stunden am Tag daran gesessen. Das Besondere an dem Bild ist, dass je nach Standort des Betrachters die Gesichtsfarbe von Luther von hell bis dunkel wechselt. "Ich wollte damit zeigen, dass Luther für alle Menschen da ist", sagt Schmitz.

Künstlerisch hat sich auch Martin Joesten betätigt, der zwei Lutherdarstellungen malte. An einer Hörstation können die Besucher Lieder von Luther anhören, an einem Büchertisch in Lektüren über Luther blättern. Dort liegen beispielsweise Bilderbücher, Comics und Biografien über den Theologen aus. An einem Maltisch haben Kinder die Gelegenheit Malblätter mit dem Porträt von Luther oder der Wartburg farbig zu gestalten. Zudem gibt es eine Übersicht von originellen Sprüchen, die Luther zugeschrieben werden wie: "Ein ruhiger Schlaf kann von mehr Gottvertrauen zeugen als ein hastiges Gebet."

"Uns war es wichtig, die Gemeinde mit in das Projekt einzubeziehen", sagt Schaffrath. So wurde gemeinsam die Luther-Rose auf eine große Leinwand gemalt und die Konfirmanden haben Bürger befragt, was diese mit der Kirche heute anfangen können und was sie sich von der Kirche wünschen. Daraus sind die "25 Unterrather Thesen" entstanden, die nun die Schau ergänzen.

Quelle: RP
 
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