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Düsseldorf
Top-Architekten planen Wohnturm neben dem Rheinturm

Düsseldorf: Top-Architekten planen Wohnturm neben dem Rheinturm
In dieser Simulation von Ingenhoven wirken die Türme niedrig. Tatsächlich darf bis zu 60 Meter hoch gebaut werden. FOTO: ingenhoven architects
Düsseldorf. Das Verhältnis zwischen Stadt und Land ist wegen des geplanten Wohnhochhauses neben dem Rheinturm in Düsseldorf angespannt. Entwürfe liefern Christoph Ingenhoven, Hadi Teherani und HPP. Die Jury-Sitzung findet vor Weihnachten statt. Von Uwe-Jens Ruhnau

Für das geplante Wohnhochhaus am Rheinturm interessieren sich mehrere Entwickler, die teils sehr bekannte Architekten ins Boot geholt haben. Bei der hundertprozentigen Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR), der das Areal gehört, hüllt man sich in Schweigen. Nach Informationen unserer Redaktion liegt die Zahl der Teams bei sieben oder acht. Aber auch das Land verhandelt mit der Stadt, will seine Interessen in direkter Nähe zum Landtag wahren - in Entwicklerkreisen schließt man nicht aus, dass NRW selbst bei dem Grundstück in den Bieterkreis einsteigen könnte. Für das 3000 Quadratmeter große Grundstück werden Summen von 25 Millionen Euro und mehr genannt.

Die Politik hatte ein ordentliches Bieterverfahren verlangt, nachdem Oberbürgermeister Thomas Geisel bei einer Immobilienmesse zunächst allein einen Entwurf von Christoph Ingenhoven präsentiert hatte. Der Star-Architekt, der auch den Kö-Bogen mit initiierte und nach dessen Plänen jetzt das "Ingenhoven-Tal" mit Einkaufszentrum und Dreiecksgebäude am Rande des Gustaf-Gründgens-Platzes entsteht, kann nun nicht mehr mit einem Durchmarsch rechnen.

Ingenhoven hatte bereits vor fünf Jahren mit der Stadtspitze über das Vorhaben gesprochen und zudem in seine Pläne die Verlängerung der Rheinuferpromenade in den Medienhafen integriert. Er arbeitet mit der Firma DC Residentials zusammen, die in der Hamburger Hafen-City hochpreisige Wohntürme finanziert hat. Das Projekt in Düsseldorf wird auf 100 Millionen Euro geschätzt, der oder die Wohntürme dürfen bis zu 60 Meter hoch sein.

Der Immobilienunternehmer Udo Hensgen hat mit Hadi Teherani einen ebenfalls sehr bekannten Namen der Architekturszene verpflichtet. Anders als Ingenhoven, der zwei Türme präsentierte, ist von Teherani zu hören, dass er mit einem Komplex antritt, der auch für Durchblick in Richtung Rhein sorgt. Die Anwohner hatten sich, als Ingenhovens Ideen bekannt wurden, darüber beklagt, dass ihnen die Sicht versperrt werde. Hensgen möchte jedoch nicht die geforderten 20 Prozent preisgedämpften Wohnraum verwirklichen, bietet aber an, dies über Gebühr in einem seiner weiteren Projekte in Düsseldorf zu tun - an der Hansaallee/Niederkasseler Lohweg.

Die Stadtplaner sehen derlei Angebote eher mit Skepsis. Die Tendenz geht dem Vernehmen nach dahin, das Handlungskonzept Wohnen auch in exklusiven Lagen umsetzen zu wollen. Und das heißt bei Hochhäusern: Ein Fünftel der Wohnungen darf nur 9,60 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter im Monat kosten. Der im Quartier Central bekannt gewordene Entwickler Interboden will sich daran halten, wie zu hören ist. Das Unternehmen hat das bekannte Büro HPP (Dreischeibenhaus) beauftragt. Die Architekten haben einen terrassierten Komplex entworfen, der sich an den Gebäudehöhen der Umgebung orientiert.

Die Jurysitzung ist vom 6. auf den 21. Dezember verschoben worden. Parallel laufen die Gespräche mit dem Landtag. Dessen Präsidentin Carina Gödecke hatte das Vorhaben in einem offiziellen Schreiben abgelehnt. Sie warnte vor Terrorgefahr, kritisierte die Gebäude als zu hoch. Auch werde der Landtag, der auf 27 Meter Höhe kommt, durch das Projekt in seinen Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt.

Quelle: RP
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