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Kommunalwahl in Düsseldorf 2020
Wer wird OB-Kandidat der CDU?

Kommunalwahl in Düsseldorf 2020: Wer wird OB-Kandidat der CDU?
Wen wird die CDU 2020 ins Rennen um den Chefposten im Düsseldorfer Rathaus schicken? (Symbolfoto). FOTO: Endermann, Andreas
Düsseldorf. Die Kommunalwahl ist erst 2020, aber Mitte 2019 will die CDU den Herausforderer von Thomas Geisel ins Rennen schicken. Im neuen Jahr nimmt deswegen eine Findungskommission ihre Arbeit auf. Von Uwe-Jens Ruhnau

Für 2020 hat Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) eine klare Vorstellung. Beim Antrittsinterview mit unserer Redaktion äußerte er im August 2014, die Düsseldorfer sollten dann sagen: "Das war so schön, dass wir uns eine weitere Amtszeit mit Herrn Geisel wünschen." Das will die CDU verhindern. Die Christdemokraten sehen sich als erste Herausforderer und wollen den Chefsessel im Rathaus zurückerobern. Im neuen Jahr will Düsseldorfs CDU-Chef Thomas Jarzombek eine Findungskommission einberufen.

Bisher kein "geborener" Herausforderer

Die Wahl ist zwar erst 2020, aber in den Augen des Parteichefs sollte der Spitzenkandidat ein Jahr Zeit haben, um sich überall in der Stadt bekannt zu machen. Dies ist vor allem notwendig, wenn jemand aufgestellt wird, der in der Stadt bislang nicht oder nur wenig bekannt ist. Unter anderem deswegen ist die Kommission zu diesem frühen Zeitpunkt notwendig. Denn die Düsseldorfer CDU hat in ihren Reihen bislang keinen "geborenen" Herausforderer. Jemand, auf den sich alle sogleich einigen könnten. Dieser Zusammenhalt ist aber wichtig, um einen effektiven Wahlkampf durchführen zu können.

Rüdiger Gutt im Rathaus (Archiv). FOTO: Andreas Endermann

Ursprünglich gab es bei einigen Strategen den Plan, den Anwalt Andreas Hartnigk 2014 erst zum Fraktionschef im Stadtrat und dann Mitte 2017 zum Bürgermeister zu machen. Aus dieser Position der Stärke wäre der Jurist Geisel-Herausforderer geworden. Der Plan ging aber wegen der Rivalität in der Fraktion nicht auf. Rüdiger Gutt gewann die Wahl zum Fraktionschef mit einer Stimme Mehrheit und wurde im Juli klar im Amt bestätigt - diesmal ohne Gegenkandidat. Dass er damit und auch als deutlicher Geisel-Opponent im Spiel um die Spitzenkandidatur ein deutliches Wort mitzureden hat, liegt auf der Hand. Aber auch Hartnigk, weiter Fraktionsvize, kann sich die Aufgabe vorstellen.

Im Gespräch: Andreas Ehlert und Angela Erwin

Zwei weitere Namen sind in der CDU immer wieder zu hören. Handwerkskammerpräsident Andreas Ehlert ist ein politischer Kopf, kann reden und auf Leute zugehen. Der CDU-Mann erneuert aber gegenüber unserer Redaktion seine Absage. Er stehe als Spitzenkandidat nicht zur Verfügung, sagt er.

Angela Erwin sitzt am Kö-Bogen (Archiv). FOTO: Bretz, Andreas

Glühende Verehrer hat in Fraktion und Partei Angela Erwin. Die Landtagsabgeordnete sähen viele gerne in den Fußstapfen ihres Vaters, der von 1999 bis 2008 Düsseldorfer Oberbürgermeister war. Angela Erwin sagt zu diesem Thema am liebsten gar nichts, weist auf ihre Aufgabe im Landtag hin. Menschen, die sie gut kennen, sprechen ihr Selbstbewusstsein an und dass sie bereitstehe, wenn die Partei sie rufe.

FDP rechnet sich ebenfalls Chancen aus

Die Findungskommission dürfte einige Monate zu tun haben. Wie bei der SPD vor der Wahl 2014 soll sie laut Jarzombek mit den Vorsitzenden und Stellvertretern von Partei und Fraktion besetzt werden. Mögliche Kandidaten sollen aber irgendwann nicht mehr mit am Tisch sitzen - unter diese Kategorie fallen Parteivize Erwin, Gutt und Hartnigk. Jarzombek geht davon aus, dass das nächste Stadtoberhaupt entweder das CDU- oder das SPD-Parteibuch hat. Das sehen die Liberalen anders. Düsseldorfs FDP-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat bereits klar gemacht, dass ihre Partei nicht noch einmal zugunsten des CDU-Kandidaten auf einen eigenen OB-Aspiranten verzichtet. Ihr selbst hatte dieser Verzicht den Posten der 1. Bürgermeisterin beschert.

Düsseldorfs FDP-Chefin Marie-Agnes Strack-Zimmermann gibt sich selbstbewusst (Archivfoto). FOTO: Bretz, Andreas

Jetzt aber sieht das anders aus. Die OB-Wahl ist eine Persönlichkeitswahl, und so, wie es in mehreren großen Städten FDP-Stadtoberhäupter gibt, rechnen sich die Liberalen Chancen aus. Ergebnisse von 20 bis 30 Prozent in vielen Stadtteilen bei den jüngsten Wahlen sprechen dafür.

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Strack-Zimmermann beeindruckt noch heute, dass 2014 mit Geisel ein Fan von Hertha BSC, der einen schwäbischen Dialekt hat und in Düsseldorf unbekannt war, die Wahl gewinnen konnte. Sie selbst können sich viele, nicht nur Liberale, als OB-Kandidatin vorstellen. Strack-Zimmermann hält nicht dagegen, verweist aber auf ihre Arbeit in Berlin und meint: "Das lassen wir auf uns zukommen." Mehr Kandidaten von Grünen und Linken sind wahrscheinlich, es dürfte auch freie Kandidaten geben.

Quelle: RP
 
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