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Düsseldorf
Wünsche an den/die Stadtplaner(in)

Wünsche an die Stadtplaner in Düsseldorf
FOTO: Ferl
Düsseldorf. Gregor Bonin ist ab dem 9. November Planungsdezernent von Mönchengladbach. Düsseldorf muss nun einen neuen Planer und Stadtentwickler suchen. Die fachlichen und politischen Anforderungen sind vielfältig. Von Uwe-Jens Ruhnau

Düsseldorf hat einen schwierigen Posten zu vergeben: In wenigen Tagen verlässt der Beigeordnete Gregor Bonin (CDU) die Stadtverwaltung. Neben Stadtdirektor Burkhard Hintzsche (Soziales, Jugend, Sport) führte er das umfangreichste Dezernat mit den Bereichen Stadtplanung, Gebäudemanagement, Bauaufsicht und -verwaltung, Vermessung und Liegenschaften. SPD, Grüne und Oberbürgermeister Thomas Geisel hatten mit Bonin ihre Probleme, zuletzt hatte es im Miteinander arg geknirscht, in der CDU spricht man von Mobbing. Was sind die Anforderungen an die neue Stadtplanerin oder den neuen Stadtplaner?

Erste Hilfe Mehr preiswerte Wohnungen soll Düsseldorf erhalten. Anders als vom Stadtrat beschlossen, will Geisel ein Drittel Sozialwohnungen verwirklichen, 1000 von angestrebten 3000 neuen Wohnungen pro Jahr. Auch für die Flüchtlinge sollen schnell bessere Lösungen gefunden werden, vielleicht auch in kleinen bis mittelgroßen Wohnungen, die ebenso (oder später) von Studenten oder Senioren gemietet werden können. Solche flexiblen Konzepte fordert auch der Bund Deutscher Architekten (BDA), der wie die Ratsmehrheit von SPD, Grünen und FDP eine andere Planungskultur möchte: Wettbewerbe sollen bei größeren Planverfahren wieder die Regel sein.

An diesen Stellen staut sich häufig der Verkehr FOTO: Andreas Bretz

Bauhelm Der neue Bau- und Planungsdezernent soll Verwaltungsabläufe beschleunigen. 800 Millionen Euro will die Ampel-Kooperation in den nächsten Jahren investieren, vieles blieb liegen oder verzögerte sich (wie bei den Schulen). Personalmangel, sagt Bonin. Mangelnder Wille, kontern Politiker.

Zirkel Gute Architektur prägt Städte und ist Puzzleteil modernen Stadtmarketings. Düsseldorf hat in diesem Punkt einen Ruf zu verlieren. Kleines Karo darf deswegen nicht ins Chefbüro der Stadtplanung einziehen. Darauf werden CDU und FDP achten, die hier einen Standard gesetzt haben. Konflikte mit der SPD, die den Kö-Bogen für "Gigantomanie" (Fraktionschef Markus Raub) hält, sind programmiert.

Geld Der oder die Neue muss nicht nur hohe gesetzliche Anforderungen im Blick haben, sondern der Stadtkasse den einen oder anderen prall gefüllten Geldsack bescheren. Denn kassiert werden nicht nur Gebühren, das große Geld bringen Grundstücks- oder Objektverkäufe (der Stadt gehören 2000 Immobilien). Diese Aufgabe hatte Geisel zuletzt an sich gezogen, weil er die Verhandlungen am Gustaf-Gründgens-Platz nicht Bonin überlassen wollte. Er strebt dort einen Rekordpreis an. Ergo: Der neue Immobilienchef sollte ein Top-Verhandler sein.

Verkehr Fuß auf den Pedalen, im Portemonnaie das Ticket 2000: Die Ampel will mehr für Bus und Bahn sowie für die Radfahrer tun. Wer die Stadt künftig plant, ist eher rot oder grün als schwarz.

Stadtteile Dort fordern der BDA oder auch der Verein Wohnen mit Kindern neue Akzente. Mehr Investitionen, aber auch nachgebesserte ÖPNV-Angebote und mehr preiswerte Wohnungen in Neubaugebieten stehen auf der Wunschliste.

Friedenstaube Viele Wünsche und ein schwer kalkulierbares politisches Umfeld: Wer die Stadtplanung leitet, sollte über ein hohes Maß sozialer und kommunikativer Kompetenz verfügen.

Quelle: RP
 
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