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Wahl am Donnerstag
Zweikampf um Chefposten der Stadtsparkasse

Wahl am Donnerstag: Zweikampf um Chefposten der Stadtsparkasse
FOTO: Bauer
Düsseldorf. Karin-Brigitte Göbel geht als Favoritin in die Wahl bei der Düsseldorfer Stadtsparkasse am Donnerstag. Auch Michael Meyer will den scheidenden Vorstandsvorsitzenden Arndt Hallmann beerben. Der Vorstand wird eventuell verkleinert. Von Denisa Richters und Uwe-Jens Ruhnau

Nach der knappen Entscheidung des Verwaltungsrats, den Vertrag von Vorstandschef Arndt Hallmann nicht zu verlängern, ist es ruhig geworden im Streit um die Stadtsparkasse. Im Hintergrund aber brodelte es, denn im Institut tobte in den letzten Wochen eine Art Wahlkampf, seit bekanntgeworden ist, dass gleich zwei Vorstandsmitglieder sich um den Spitzenposten bewerben: Karin-Brigitte Göbel (58), die seit 2009 den Bereich Geschäftskunden verantwortet, und Michael Meyer (51), der seit 2014 bei der Düsseldorfer Stadtsparkasse den Privatkundenbereich betreut.

Göbel gilt als Favoritin, aber wenn Meyer nicht zurückzieht, dürfte es ein knappes Ergebnis werden. Beide gelten in ihren Fachbereichen als exzellent. Göbel darf im 15-köpfigen Verwaltungsrat, der sich am Donnerstag zur Sondersitzung trifft, mit den sechs Stimmen von SPD, Grünen und FDP rechnen, Meyer mit den Dreien der CDU. Entscheidend wird sein, wie sich die fünf Arbeitnehmervertreter (zuletzt waren sie stets uneins) und der Vertreter der Linkspartei positionieren.

In Ampel-Kreisen rechnet man damit, dass mindestens dieselbe Mehrheit von acht Stimmen zustande kommt, die Ende September auch in geheimer Abstimmung gegen Hallmanns Vertragsverlängerung votiert hatte. Außer der Ampel sollen zwei Arbeitnehmer mitgestimmt haben.

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Es war der bisherige Höhepunkt in dem seit zwei Jahren schwelenden Streit zwischen Hallmann und Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) um die Höhe der Ausschüttungen an die Stadt. Bereits im Juni dieses Jahres war der Vertrag des Risiko-Vorstands und Hallmann-Vertrauten Martin van Gemmeren nicht verlängert worden. Er wurde wenig später freigestellt, legte sein Vorstandsmandat nieder und machte damit den Weg für eine Nachbesetzung frei.

Stefan Dahm, bis dahin stellvertretendes Vorstandsmitglied, rückte nach. Es ist davon auszugehen, dass auch Hallmann freigestellt wird, er dürfte das Haus in wenigen Wochen verlassen. Ihm und van Gemmeren stehen laut ihren 2012 geschlossenen Verträgen hohe Ruhegelder zu, sofern sie nicht eine Neuanstellung antreten - bei van Gemmeren (46) sind es rund 200.000 Euro jährlich, bei Hallmann (51) rund 350.000.

Von der Nachfolge wird abhängen, ob die Klage zurückgezogen wird, die Hallmann im Sommer beim Verwaltungsgericht gegen die Entscheidung der Sparkassenaufsicht im NRW-Finanzministerium eingereicht hat. Die Aufseher waren Geisels Beanstandung weitgehend gefolgt - Geisel sah den Verwaltungsrat an der Entscheidung über die Verwendung der Gewinne als zu wenig beteiligt - und hatte den Abschluss 2014 als rechtswidrig eingestuft und aufgehoben. Bei einem Gewinn von 130 Millionen Euro sollten nur 3,2 Millionen Euro an die Stadt fließen. Der Verwaltungsrat einigte sich schließlich einstimmig auf eine Ausschüttung von 25 Millionen Euro aus den Geschäftsjahren 2014 und 2015. Göbel stimmte als einziges Vorstandsmitglied gegen die Klage. Sie gilt als Garantin, dass die Klage zurückgezogen wird. Meyer gilt als Unterstützer Hallmanns. Allerdings wird auch bei ihm nicht ausgeschlossen, dass er für die Rücknahme der Klage plädiert.

Heute tagt der Hauptausschuss der Bank. Es könnte sein, dass er eine Empfehlung für die Sondersitzung des Verwaltungsrats abgibt. Wie aus Kreisen des Verwaltungsrats zu hören ist, wird erwogen, den Vorstand von zuletzt fünf Mitgliedern (inklusive eines stellvertretenden Mitglieds) auf drei zu verringern. Dies müsse aber mit der Bankenaufsicht abgeklärt werden.

Quelle: RP
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