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Rees
Besuch von der Kirmeskönigin

Rees: Besuch von der Kirmeskönigin
Schausteller-Präsident Albert Ritter, Drehorgelspielerin Ute Schwabe, Dirk Janßen vom Schaustellerverein Kleve-Geldern, Stadtarchivarin Tina Oostendorp und Bürgermeister Christoph Gerwers feierten die Ausstellungseröffnung. FOTO: Michael Scholten
Rees. Die Ausstellung "Damals... 775 Jahre Reeser Kirmes" wurde jetzt im Rathaus eröffnet. Die Feier lockte fast 80 Besucher an, darunter auch Nordrhein-Westfalens Kirmeskönigin Sofie Henzig. Von Michael Scholten

"Schausteller bringen Licht in das Dunkel der Welt", sagte Papst Franziskus, als er vor wenigen Wochen 7000 Schausteller im Vatikan empfing. Albert Ritter, Präsident des Deutschen Schaustellerbundes, berichtete jetzt zum Auftakt der Ausstellung "Damals... 775 Jahre Reeser Kirmes" im Rathaus über das besondere Ereignis. "Wir sind Kinder der römisch-katholischen Kirche, die Geschichte der Kirmes ist seit 1200 Jahren eng mit der Kirche verbunden", sagte Ritter.

FOTO: Michael Scholten

Kirmes heißt nichts anderes als "Kirchmesse" und auch die erste Reeser Kirmes wurde durch den Kölner Erzbischof Conrad von Hochstaden ermöglicht. Im Jahr 1240 oder 1241 unterschrieb er eine Urkunde, die den Reeser Bürgern drei Freimärkte pro Jahr erlaubte.

Die Reproduktion dieser Urkunde ist nur eines von vielen Exponaten, die Stadtarchivarin Tina Oostendorp gemeinsam mit Eila Braam für die Ausstellung zusammengetragen hat.

Die Eröffnung lockte fast 80 Besucher an, darunter auch Nordrhein-Westfalens Kirmeskönigin Sofie Henzig, die in Bochum Philosophie und Theaterwissenschaften studiert.

Die Reeserin Ute Schwabe sorgte mit ihrer Drehorgel für die passende Musik. Das nahm Schausteller-Präsident Albert Ritter zum Anlass, die kulturelle und technische Vorreiterrolle der Schausteller hervorzuheben. Kirmeskonzertorgeln haben die Menschen schon begeistert, als es für den heimischen Musikgenuss nicht mal Schellackplatten gab.

Die ersten Kinoaufführungen fanden auf Kirmessen statt, das Kasperletheater war das Kabarett früherer Jahrhunderte, Dampfmaschinen ermöglichten die ersten "Karussells ohne Pferde". Umso weniger Verständnis zeigte Ritter dafür, dass sich die NRW-Stiftung und die Landeskonservatoren weiterhin schwer damit tun, Kirmes-Errungenschaften als Kulturgut einzustufen.

"Kirmessen sind Stätten der Begegnung und der Integration", betonte Albert Ritter und verwies auf die Weltkugel auf der edlen Fahne des Schaustellervereins Kleve-Geldern, die deren Vorsitzender Dirk Janßen mit nach Rees gebracht hatte.

Bürgermeister Christoph Gerwers betonte, dass das Reeser "Wir-Gefühl" an keinem anderen Ort so deutlich zu spüren sei wie am Bierstand auf der Kirmes. Dann kommen alteingesessene und neue Bürger zusammen und auch viele, die Rees verlassen haben, kehren für ein Wochenende in die alte Heimat zurück.

Frank Schlüter, der als "Mister Kirmes" das Reeser Volksfest organisiert, verriet am Rande der Ausstellung erste Details zur Jubiläums-Kirmes, die am Samstag, 24. September, um 15 Uhr eröffnet wird: "Bislang haben sich 76 Schausteller angemeldet, große Fahrgeschäfte sind unter anderem die Krake, der Breakdancer, der Chrystal Palace und ein neues 9-D-Kino." Bleibt zu hoffen, dass es eine "pläsierige Kirmes" wird und sich nicht das wiederholt, was in der Ausstellung für das Jahr 1923 verzeichnet steht: "Wegen der rapiden Geldentwertung fiel die Kirmes aus."

Die Ausstellung im VHS-Trakt des Rathauses kann montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr gratis besichtigt werden. Am Kirmessamstag ist sie zwischen 17 und 18 Uhr geöffnet.

Quelle: RP
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