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Erkelenz
25 Jahre lang töpferte sie mit Kindern

Erkelenz: 25 Jahre lang töpferte sie mit Kindern
Gisela Irving sucht eine Nachfolgerin, denn sie wird keine Töpferkurse für Kinder mehr in der katholischen Gemeinde in Holzweiler geben. FOTO: JÜRGEN LAASER
Erkelenz. Gisela Irving lebte das Ehrenamt wie selten jemand zuvor. Nun blickt sie zurück. In Holzweiler gab sie den letzten Töpferkursus. Von Anne Paulsen

Ein faszinierendes Leben weist die ehemalige Aktivistin Gisela Irving auf, mit vielen kleinen Stationen, aber einer großen in Holzweiler. Dort ist sie vor allem für ihr Engagement im Widerstand gegen den Braunkohletagebau bekannt, doch auch die Kinder des Ortes förderte sie ungemein. Im Jahr 1992 gab sie ihren ersten Töpferkursus für Kinder der ersten und zweiten Klasse. Zunächst war es ihr Ziel, den Zusammenhalt des Dorfes zu steigern und das schon von Kindesbeinen an. Doch schnell zeigte sich, dass es die strahlenden Kinderaugen sind, die sie zum Weitermachen bewegten und es ihr so schwer machten, aufzuhören.

Sie selbst, 1935 geboren, verbesserte ihr Talent im Töpfern in der Volkshochschule Erkelenz, doch war sie bereits als Kindergartenkind eine begabte "Matsch-Künstlerin". Doch dazwischen lagen einige bewegende Jahre. Die gelernte Einzelhandelskauffrau lebte ein Jahr als Au-Pair-Mädchen in England und entschied dann, im Hauptquartier der britischen Truppen in Rheindalen im Büro zu arbeiten. Dort lernte sie auch ihren späteren Ehemann kennen, den Schotten Duncan Irving. Ihn heiratete sie 1962 in Schottland und lebte bald darauf in ihrem Geburtsort Rheydt. 1978 zog es das Ehepaar nach Holzweiler, wo die beiden ihr Haus nach eigenen Wünschen umbauten. Nun begann auch das Engagement gegen den Braunkohletagebau, ein Begriff, der zuvor noch kaum bekannt war.

Später begann sie zunächst mit Irmgard Kamphausen, später mit Christin Kopperschmidt, die Töpferkurse zu leiten. Zehn bis zwölf Kinder pro Kursus, der im Frühjahr und Herbst jeden Jahres neu begann, bespaßte sie. "Versucht mal, einen Igel zu machen", hieß es da am ersten Tag. Als Ideengeber hatte sie ihre eigenen Kunstwerke dabei, häufig Skulpturen und Behälter, doch häufig war eine Pizza das Ergebnis der Mühen. Bis heute hat sie vielleicht bis zu 500 Kindern das Töpfern beigebracht, genau hat sie das nicht nachgehalten. Besonders ist, dass Kinder-Eigenarten sich kaum verändert haben sollen, so ist es immer noch der Fall, dass einzelne Unruhestifter eine ganze Gruppe zappelig werden lassen können. Doch in all den Jahren hat sie nie ein Kind abgewiesen oder einen Kursus nicht stattfinden lassen.

Gisela Irving ist es ein großes Anliegen, dass die Töpferkurse weitergehen, damit auch weiterhin die Kinder mit großen strahlenden Augen ihre ganz eigenen Kunstwerke schaffen können. Doch dazu muss eine Nachfolge gefunden werden. Für einen guten Start hat Gisela Irving noch etwas Ton übrig, der genutzt werden will. Bei Interesse steht der Ortsausschuss Holzweiler als Ansprechpartner zur Verfügung.

Quelle: RP
 
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