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Erkelenz
Nachdenklich-humoriges zu Weihnacht und Neujahr

Erkelenz. Heimatverein der Erkelenzer Lande lud wieder zum vorweihnachtlichen Mundartabend ein. Von Willi Spichartz

"Es gab Heiteres, es wurde in Erinnerungen geschwelgt, es gab Besinnliches, das vor allem von Theo Schläger!" Eine treffende Bilanz zog Günther Merkens als Vorsitzender des Heimatvereins der Erkelenzer Lande nach dem 11. Weihnachtlichen Mundartabend, den zehn Akteure mit Gedichten, Geschichten, Bildern und viel Musik füllten. Beteiligt waren auch die rund 90 Menschen, die teilnahmen als Chor für die bekannten Weihnachtslieder, die von Theo Schläger ins Platt übersetzt und am Keyboard geleitet wurden.

Theo Schläger ist Leiter des Arbeitskreises Mundart im Verein und organisierte den Abend mit Vereinsgeschäftsführer Theo Görtz, auf die sich Günther Merkens etwas neidisch zeigte, diesen beiden wurde schließlich zweimal gemeinsam das Lied "Gloria in excelsis Theo" gesungen...

Weihnachtliche Atmosphäre im Müllers Platz in Erkelenz, in der Pause gab's das klassische Heiligabend-Essen "Kartoffelsalat mit Würstchen" (mit "Nachschlag", mental-emotionale Kost vorher und nachher über gut drei Stunden.

Köstlich in Sprache und dramaturgischem Aufbau der Baaler Heinz Weitz mit "Schnee, mein Jott, wat ene Schnee" aus der Perspektive "van ene Rheinländer en Bayern", dessen Begeisterung als Neusiedler im Süden für die weißen Flocken einer Metamorphose zum Schneeschaufler unterlag, die mit "weißen Pillen" in der Irrenanstalt endete.

Den Vorweihnachtsstress thematisierte Franziska Lenzen. Vier Wochen seien viel zu kurz, Besinnung erst in der Nacht nach Heiligabend. Georg Wimmers vom Heimatverein Beeck begleitete seine vorweihnachtlichen Kinderperspektiven auf der Gitarre. Die Myhlerin Agnes Winkens ließ ihre Erinnerungen an bescheidene, aber intensive Weihnachtsgefühle über Kriegselend, Wirtschaftswunderzeit in die Feststellung münden, dass heute aus dem höchsten Christen-Fest, Chresmes, ein "Jahrmarkt" geworden ist.

Auch Anni Lemmen stellte in Mundart-Reimen heraus, dass mit den bescheidenen Geschenken in früheren Zeiten das Weihnachtsgefühl stärker ausgeprägt war.

Eine detailreiche Nikolaus-Geschichte hielt Anita Dittberner bereit: Ein zum Heiligen Mann bestimmter Arnold bewies sich, witzig, als ausgesprochener Tollpatsch, dessen Agieren im Chaos endete. Schmunzelndes und Mundendes zum Weihnachtsgebäck namens "Moppe" tischte Käthe Kohnen auf.

Der Wegberger Heinz Eßer kombinierte herrliche Weihnachts-Schnee-Fotos mit Texten zu Bildgedichten, darunter Eichendorffs tiefes "Maat on Stroote..." (Markt und Straßen steh'n verlassen...) auf Mundart.

Karl Bertrams, "in Beeck geboren, in Wegberg aufgewachsen, in Erkelenz gelandet", sang ein hohes Lied auf Patenonkel und -tante, die zu Weihnachten und Neujahr wichtig waren, einbezogen in den Brauch des "Vraschens" oder "Fröschens" am 1. Tag des Jahres, überraschend Glückwunsch-Besuche zu machen, Speisen und, vor allem, Getränke zu erwarten.

Und Theo Schläger, immer um Gewaltlosigkeit und Humanität bemüht, schloss mit dem Lied "Wenn dat nö-e Johr kütt" und dem Appell, nie den Mut zu verlieren. Man könne was erreichen, meinte er, man müsse dazu aber auch etwas tun.

Quelle: RP
 
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