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Erkelenz
Statt sparen lieber Häusle (aus)bauen

Erkelenz: Statt sparen lieber Häusle (aus)bauen
Der Volksbank-Vorstand (v. li.) Josef Brück, Rainer Corsten und Dr. Veit Luxem ist zufrieden mit dem Betriebsergebnis 2014. FOTO: JÜRGEN LAASER (ARCHIV)
Erkelenz. Wachstum und Erfolg in 2014: Die Vertreterversammlung der Volksbank Erkelenz stellte gestern Abend in der Stadthalle den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss fest. 7297 Mitglieder erhalten fünf plus ein Prozent Dividende. Von Gabi Laue

Das Genossenschaftsgesetz ist 125 Jahre alt und die Genossenschaftsidee, in Deutschland immatrielles Kulturerbe, seit März nominiert für die internationale Unesco-Liste. Das alte Geschäftsmodell erfreut sich ungebrochener Beliebtheit, steuert auf Wachstumskurs. Zufriedenheit kennzeichnete den Bericht des Vorstandsvorsitzenden Dr. Veit Luxem vor 150 von 240 eingeladenen Vertretern in der Stadthalle: "2014 war ein gutes Jahr für die Volksbank Erkelenz." Am deutlichsten zeige dies das erneut gestiegene Gesamtkundenvolumen: Es wuchs um 42 Millionen (3,1 Prozent) auf 1,41 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme stieg um drei Prozent auf 658 Millionen Euro.

Entsprechend selbstbewusst sagte Luxem: "Wir sind stolze Genossenschaftsbanker, die jeden Tag aufs Neue für die Menschen und Unternehmen in unserer Region aktiv sind." Und einen neuen Service kündigte er in einer Pressekonferenz vor der Vertreterversammlung an: Im November geht das Internet-Bezahlverfahren "pay direct" von Volksbanken und Sparkassen an den Start - vergleichbar mit dem online-Zahlsystem PayPal, aber laut Luxem "über die eigene Heimatbank mit größerer Sicherheit".

Auf Licht- und Schattenseiten der anhaltenden Niedrigzinsphase ging der Vorstand ein. "Die Staatsfinanzen werden saniert, die Wirtschaft wird angekurbelt, wir verzeichnen erhöhte Bautätigkeit", zählte Dr. Veit Luxem auf. Aber das EZB-Rekordtief von 0,05 Prozent bezeichnete er als nicht marktgerecht. "Auf dem Sparbuch ist nichts mehr zu gewinnen, für die Altersvorsorge kann man nur zu Fonds raten." Geld legen die Kunden "handfest" an: Die Volksbank Erkelenz hat 88,5 Millionen Euro neue Investitionsmittel der heimischen Wirtschaft bereitgestellt und jenen Kunden, die ein Haus gekauft oder saniert haben. Voba Immobilien vermittelte 88 Immobilien mit einem Volumen von zwölf Millionen Euro. Kredite sind gefragt. An Mitglieder und Kunden ausgeliehen wurden (mit außerbilanziellen Ausleihungen) im vergangenen Jahr 517 Millionen Euro.

Ein Plus gibt es bei Krediten wie auch bei den Einlagen - Luxem freut sich über den steigenden Zuspruch. Kunden haben 18 Millionen Euro mehr (plus 4,8 Prozent) als 2013 in Wertpapieren, Bausparverträgen oder Lebensversicherungen angelegt - zusammen 389 Millionen Euro. In der Summe verwalten die Genossenschaftsbanken das stolze Vermögen von fast 900 Millionen Euro. Nach Abzug der Vorsorgeaufwendungen erreicht die Volksbank Erkelenz wieder ein gutes Ergebnis von 7,4 Millionen Euro. Und sie ist mit 2,1 Millionen ein guter Steuerzahler.

Von nachhaltigem Wachstum konnte der Vorstand in der Vertreterversammlung berichten. Die Genossenschaftsbank mit 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weist einen Bilanzgewinn von rund 1,3 Millionen Euro aus und kann knapp 650 000 Euro an Dividenden überweisen - fünf Prozent Grunddividende und ein Prozent Bonus. Das Eigenkapital soll um 4,5 Millionen auf 81,9 Millionen Euro steigen. Wachstum auch bei der Mitgliederzahl: 567 Teilhaber wurden 2014 neu gewonnen, 7297 Mitglieder waren es am Jahresende.

Quelle: RP
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