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Kritik von evangelischer Kirche
Ehemaliger Gefängnispfarrer aus Geldern kandidiert für AfD

Geldern: Pfarrer Axel Joachim Bähren kandidiert für de AfD - Kritik aus der Kirche
Der in Nettetal lebende ehemalige Gefängnispfarrer Axel Joachim Bähren kandidiert bei der Landtagswahl am 14. Mai für die AfD. FOTO: Busch
Geldern/Krefeld. Axel Joachim Bähren war etwa 20 Jahre lang Gefängnispfarrer in Geldern. Jetzt ist er im Ruhestand und will für die AfD in den Landtag ziehen. Bei einer Konferenz der evangelischen Kirche wurde er vom Kirchenkreisleiter dafür öffentlich kritisiert.  Von Angelika Kirchholtes, Martin Röse und Jens Voß

Es ist ein Thema, das bislang eher lokal diskutiert wurde - jetzt griff es Superintendent Burkhard Kamphausen in seiner Rede bei der Synode des Kirchenkreises Krefeld-Viersen auf. Kamphausen äußerte Unverständnis über den Lobbericher Pfarrer im Ruhestand, Axel Joachim Bähren (65), der für die AfD in den Landtag einziehen will. Der bei der Synode im Amt bestätigte Superintendent nannte Bähren nicht namentlich und sprach lediglich von einem Pfarrer im Ruhestand.

Er erinnerte in seiner Rede daran, dass gerade die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) eine Flüchtlingskirche sei, die nach dem Zweiten Weltkrieg auch nicht immer mit offenen Armen empfangen worden sei. "Umso irritierender ist es dann, wenn ein in unserem Kirchenkreis wohnender Ruhestandspfarrer sich um ein Landtagsmandat für die AfD bewirbt", sagte Kamphausen. Der Mann, den Kamphausen nicht namentlich erwähnte, ist Axel Joachim Bähren (65), der über sich im RP-Gespräch einmal gesagt hat, er sei "weiß Gott kein Radikaler". Früher habe er SPD oder CDU und Angela Merkel gewählt - heute würde er ihr seine Stimme nicht mehr geben.

Superintendent Burkhard Kamphausen thematisierte die Kandidatur des Pfarrers im Ruhestand öffentlich bei der Synode am Wochenende. FOTO: Dackweiler

Vor zwei Jahren ging Bähren in den Ruhestand, vor einem Jahr trat der dreifache Vater in die Partei Alternative für Deutschland ein. Mehr als 20 Jahre war Bähren Gefängnispfarrer in Geldern. "Als ich 1990 dort anfing, waren da 19 muslimische Menschen aus dem Nahen Osten und Nordafrika. Zuletzt waren es 270."

Er sei nicht gegen Zuwanderung, betonte Bähren, wohl aber gegen einseitige Zuwanderung aus dem islamischen Raum. "Sagen Sie etwas über den Islam, gelten Sie als Rassist. Der Rassismus ist aber im Islam zu Hause", behauptet Bähren. Er wünscht sich Einwanderung aus Vietnam oder China - die Kinder dort seien sehr gehorsam, wollten den Eltern gefallen, hätten schulische Erfolge.

In Deutschland fühle er sich fremd im eigenen Land. "In Dinslaken machen Supermärkte Werbung in türkischer Sprache. Und wir haben längst die Scharia hier, die islamische Gerichtsbarkeit", behauptet er. Rechtsextremistische Ausfälle in der AfD schrecken ihn nicht: "Wir sind eine junge Partei, die sich erst finden muss", sagt er dazu. "Viele unserer Mitglieder kommen von der CDU, die die christdemokratische Politik der 1980er-Jahre vermissen."

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