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Straelen
Junge Flüchtlinge randalieren

Straelen. Bewohner der Einrichtung in Herongen greifen Betreuer an.

Im DRK-Heim für unbegleitete, männliche jugendliche Flüchtlinge in Herongen ist es gestern Vormittag zu Ausschreitungen gekommen. Wie die Polizei mitteilt, randalierten mehrere Bewohner gegenüber den Betreuern. Gegenstände wurden geworfen, Fensterscheiben gingen zu Bruch, die Mitarbeiter schafften es nicht, die jungen Leute zu beruhigen. Um 10.38 Uhr verständigten Anwesende die Polizei. Auch als die eintraf - fünf Streifenwagenbesatzungen und ein Kollege per Motorrad wurden zum Einsatzort geschickt - entspannte sich die Lage nicht.

Daraufhin nahmen Polizeibeamte acht Jugendliche aus Afghanistan im Alter zwischen 15 und 17 Jahren in Gewahrsam. Ein 17-Jähriger leistete dabei Widerstand. "Weder beim Streit noch beim Widerstand gab es Verletzte", teilt die Polizei mit.

Die polizeiliche Bearbeitung der Vorkommnisse dauerte gestern noch bis in die Abendstunden an. Es würden Personalien geprüft und Aussagen aufgenommen, hieß es.

"Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen werden die Jugendlichen durch die zuständigen Jugendämter in unterschiedliche Einrichtungen untergebracht", teilt die Polizei weiter mit. Der Hintergrund der Streitigkeiten blieb bis gestern Abend unklar. Der Polizeieinsatz blieb im Ort nicht unbemerkt. Auf Facebook wurde darüber gerätselt, weshalb so viele Polizeiwagen zu sehen wären.

Die heutige DRK-Einrichtung für unbegleitete Jugendliche wurde in der Vergangenheit als Zentrale Unterbringungseinrichtung für Geflüchtete genutzt. Sie sorgte damals mit einem Vorfall für Schlagzeilen: Im Mai 2015 ertrank der fünfjährige Sohn einer serbischen Familie in einem Wasserbecken auf dem Gelände.

(szf)
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