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Geldern
Mit dem Rennwagen zur Arbeit

Geldern: Mit dem Rennwagen zur Arbeit
Hubertus Verhülsdonk mit seinem nachgebauten Rennwagen. Optisch ähnelt der Wagen dem BMW M3 des MM-Diebels-Teams von 1991, mit dem der ehemalige Formel-1-Rennfahrer Christian Danner in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) an den Start ging. FOTO: Gerhard Seybert
Geldern. Der gebürtige Issumer Hubertus Verhülsdonk hat einen Rennwagen nachgebaut, der für das MM-Diebels-Team in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft angetreten war. Die Arbeiten an dem Wagen dauerten rund acht Monate. Von Marco Büren

/ issum Hubertus Verhülsdonk ist gebürtiger Issumer. Seine Eltern waren bei der Diebels-Brauerei beschäftigt, und weil er damals schon motorsportbegeistert war, hatte er die DTM-Rennen der Jahre 1990 bis 1993 mehrmals live vor Ort erlebt.

So war es nicht verwunderlich, dass sich Hubertus Verhülsdonk 2013 bemühte, auch den Nachbau des Mercedes-Rennwagens zu bekommen, der bis 2013 vor dem "Diebels live" stand. "Leider hatte es nicht geklappt, und so hatte ich mich entschlossen, einen anderen Rennwagen mit Diebels-Lackierung aufzubauen", sagt Verhülsdonk. Wenn es mit dem Mercedes nichts wurde, so sollte es also ein BMW werden.

1990 und 1991 bestritt das MM-Team mit Diebels als Sponsor in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft die ersten Rennen. Das beste Resultat war ein vierter Rang des Kölners Frank Schmickler beim Berliner Avus-Rennen im Frühjahr 1990. Auch Verhülsdonk weiß: "Das MM-Diebels-Team konnte nicht so erfolgreich sein wie später das Diebels-Zakspeed-Team, denn MM erhielt von BMW keine Werksunterstützung aus München."

Dennoch gilt der grün-goldende BMW M3 in der Fanszene als einer der schönsten, die je ein Rennen gefahren sind. Für Hubertus Verhülsdonk war dies ein Glücksfall. Denn im Internet gibt es gerade vom Rennwagen von Christian Danner zahlreiche Bilder - und Modellautos in vielen Größen. "Die Lackierung war, nachdem ich das passende Basisfahrzeug gefunden hatte, natürlich das Aufwändigste", erinnert sich Verhülsdonk, "aber die Firma Douteil Werbetechnik in Kevelaer hat tolle Arbeit geleistet."

Unter dem Blechkleid gab es nicht so viel zu tun, denn Verhülsdonk hat den BMW als Rennwagen übernommen. In einem knalligen Orange war er bei Bergrennen unterwegs. "Dann galt es, neben der Lackierung die passenden Anbauteile zu finden." Nun liegen rund acht Monate zwischen dem Kauf des Wagens und dem heutigen Ist-Zustand.

Ganz am Ende ist Hubertus Verhülsdonk mit seiner Arbeit noch nicht. "Ich überlege, den Motor aufzurüsten oder zu ersetzen, denn die Original-Rennmaschine ist nicht verbaut." Solch eine zu finden wird schwierig werden. Vom "BMW M3 Sport Evolution" mit 286 PS wurden nur 600 Exemplare gebaut, die meisten dürfte seit der Rennpremiere im Jahr 1989 längst das Zeitliche gesegnet haben. Trotz fehlender Leistung versichert Verhülsdonk: "Dieses Fahrzeug macht mir trotz allem natürlich viel Spaß." Der stolze Besitzer überlegt, mit dem Wagen zukünftig an historischen Treffen und Rennen teilzunehmen. Eine Rennfahrerlizenz hat er aber noch nicht. Bis dahin ist der Wagen für Verhülsdonks Autopflege-Unternehmen natürlich ein toller Werbeträger. "Es gibt schon viele Kunden, die Fotos gemacht haben", sagt Verhülsdonk stolz. Kein großer Werbeschriftzug seiner Firma wird den grün-goldenen Wagen zieren, verspricht Verhülsdonk: "Er soll so original wie möglich bleiben." Geht es nach dem Unternehmer, wird sein Wagen am Wochenende bei den Issumer Reitertagen zu sehen sein. Dort trifft der BMW dann wohl auf seinen "Nachfolger", den Zakspeed-Mercedes.

Quelle: RP
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