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Issum
Premiere für lebendigen Advent in Issum

Issum: Premiere für lebendigen Advent in Issum
Gelungener Auftakt am evangelischen Kindergarten - auch wenn es statt Schnee nur Regen gab. FOTO: Seybert
Issum. An 24 Tagen wird es im Altbierdorf an einigen Fenstern besonders bunt und hell. Die evangelische Kirchengemeinde rief erstmals zu der Initiative auf, die unterschiedlichsten Gruppen machen mit. Weitere Termine folgen. Von Bianca Mokwa

Zur Premiere gab es Regen. "Schnee wär' jetzt schöner", war die einhellige Meinung, als kollektiv die Regenschirme aufgeklappt wurden. Punkt 17 Uhr hatten sich einige Issumer vor dem evangelischen Kindergarten versammelt. Das Gebäude in der Ahornstraße 7 wurde kurzerhand zur "Nummer 1" ernannt, denn dort startete der lebendige Adventskalender.

An vielen Orten gibt es ihn schon. Menschen treffen sich an den Abenden im Advent, singen gemeinsam, essen Kekse. Passend zur Vorweihnachtszeit wird ein Fenster gestaltet und mit der Zahl des Tages versehen. Die evangelische Pfarrerin Yvonne Brück brachte die Idee aus ihrer alten Heimat, der Schweiz, mit. "Ich war immer mit den Konfirmanden dabei, das war sehr schön. Deswegen dachte ich, wenn es das in Issum noch nicht gibt, kann die evangelische Kirchengemeinde den Anfang machen", erklärt die Geistliche.

Viele folgten dem Aufruf, so dass eine ökumenische Veranstaltung daraus wurde. Verschiedene Kindergärten machen mit, Privatleute verschiedener Konfessionen. Das Wohlfühlhaus und die Brüder-Grimm-Schule werden auch Station des lebendigen Adventskalenders sein.

Der Startschuss fiel am 1. Dezember am evangelischen Kindergarten. "Wir waren schon sehr aufgeregt, weil nicht klar war, kommen fünf Leute oder 50", gab Michaela Beltz, stellvertretende Leitung des Sonnenstrahlkindergartens, zu.

Die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte. Rund 20 Kinder und Erwachsene hatten sich an dem Abend aufgemacht. Einer von ihnen war Dirk Tepass. Er hatte am Morgen seine Tochter Laura im Kindergarten angemeldet und von der Aktion erfahren. "Da wir in Issum wohnen, gehen wir doch mal gucken", lautete sein einleuchtendes Argument.

Die Erzieher hatten am Kindergarten gleich drei Fenster dekoriert. Als das Licht dahinter anging, sorgte das für einen "Oh-Effekt" bei den Teilnehmern. Viele Transparentpapiersterne leuchteten auf. Darunter stand ein Mädchen aus Papier mit ausgebreitetem Kleid, Sterntaler. Die Idee ergab sich aus dem aktuellen Lieblingslied der Kinder. "Wünsche schicken wir wie Sterne" heißt das, und es wurde an dem Abend gesungen. Wer den Text nicht kannte, bekam ein Liedblatt. Das brauchten zumindest Eltern kleinerer Kinder nicht, als "In der Weihnachtsbäckerei" angestimmt wurde.

Singen ist allerdings ein "Kann", kein "Muss" bei den Abenden im Advent. Auch, ob es Bewirtung gibt oder nicht, obliegt denjenigen, die zu sich einladen und ein Fenster ihres Hauses gestalten.

Am 2. Dezember war Pfarrerin Yvonne Brück diejenige, die eine "2" in ihr Fenster hängte und dazu die Worte "Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein Licht" aufleuchten ließ. "Mache dich auf, werde licht" zitiert sie eine weitere Bibelstelle, die ihr im Advent wichtig ist. "Von der Weihnachtsbotschaft anstecken lassen", nennt die Pfarrerin das. Advent sei die Zeit der Hoffnung. Sie wolle den Menschen Mut machen, Gott entgegenzugehen, weil er uns entgegenkommt, am Heiligen Abend, im Kind, seinem Sohn.

Die Adventsfenster, 24 an der Zahl, werden nach und nach im Altbierdorf aufleuchten.

Von 17 bis 20 Uhr brennt das Licht in den dekorierten Fenstern. Bis zum 6. Januar, "dann endet offiziell die Weihnachtszeit", sagt Pfarrerin Brück. Der Regen, der endete bei der Premiere später übrigens auch noch.

Quelle: RP
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