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Goch/Kevelaer
Technik aus Kevelaer für die Allianz-Arena

Goch/Kevelaer: Technik aus Kevelaer für die Allianz-Arena
Bei der ABS Safety GmbH zieht die ganze Familie an einem Strang (von links): Stefan Beckers, Ingrid Beckers, Ludwig Beckers und Ilona Beckers auf dem Dach des Bürogebäudes im Kevelaerer Gewerbegebiet. FOTO: Gottfried evers
Goch/Kevelaer. Die Rundreise der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve begann gestern mit dem Besuch bei ABS Safety in Kevelaer. Das Unternehmen verhindert Abstürze - in Deutschland als Marktführer, aber auch in vielen anderen Ländern. Von Dirk Möwius

Ein Dach neu decken, eine Solaranlage montieren, ein Windrad aufstellen - viele Arbeiten müssen in großen Höhen ausgeführt werden. Für die nötige Sicherung sorgt dann oft ein Unternehmen aus Kevelaer: Die ABS Safety GmbH bietet Absturzsicherungen und Sicherheitssysteme für Bau, Handwerk und Industrie. Und das äußerst erfolgreich. Die rasant wachsende Firma ist in Deutschland Marktführer. Ihre Systeme sind an der Allianz-Arena in München, an den Daimler-Werken in Sindelfingen wie an den Airbus-Hallen in Hamburg im Einsatz. Und nicht nur die in 20 Sprachen verfasste Sicherheitshinweisbroschüre zeigt, dass die Produkte aus der Marienstadt auch weltweit gefragt sind: ABS hat Kunden in Europa wie in Übersee. Der hohe Exportanteil war für Kreiswirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers der Grund, ABS als erste Station der Sommertour der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve auszuwählen. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto "Exportstarke Unternehmen - auf internationalen Märkten erfolgreich."

"Der Kreis Kleve steht für eine hohe Exportquote - deutlich über dem Landesdurchschnitt", erläuteret Kuypers gestern. Mit 47,5 Prozent liege der Exportanteil 3,2 Prozentpunkte über dem Schnitt in Nordrhein-Westfalen. "Das ist Grund für uns, einmal genauer hinzuschauen und fünf besonders erfolgreiche Unternehmen vorzustellen", so der Geschäftsführer der Kreiswirtschaftförderung. 2003 begann Firmengründer und Seniorchef Ludwig Beckers mit dem eigenen Unternehmen - im Keller der Familienwohnung in Wemb und zunächst neben der Anstellung. Von da an ging es in atemberaubenden Tempo vorwärts. Spätestens nach dem Umzug auf das frühere Gelände des Bauunternehmens Tebartz am Gewerbering in Kevelaer vervielfachten sich Umsatz und Mitarbeiterzahl Jahr um Jahr. 2012, als neue Hallen gebaut wurden, waren es schon 44, heute sind es über 100. Und die Signale stehen immer noch auf Wachstum, auch wenn ABS mittlerweile den Fachkräftemangel durchaus spürt. Zusätzlich sorgen 22 Teams bundesweit dafür, dass die Sicherheitsvorrichtungen auch fachgerecht montiert werden. Und in 20 Ländern gibt es Vertretungen oder Verträge mit Exklusivhändlern.

90 Prozent der Produkte sind Made in Germany - und das heißt in diesem Fall immer Made in Kevelaer. Deshalb ist trotz mehrfacher Erweiterungen das Tebartz-Gelände mittlerweile zu klein - nach weiteren Zukäufen ist ABS nun auch auf dem Gelände von Nacke zu finden.

Dabei ist ABS auch ein Familienunternehmen im besten Sinne. So wie Ludwig von seiner Frau Ingrid unterstützt wird, ist auch die nächste Generation schon in der Verantwortung. Stefan Beckers seit 2010, seine Schwester Ilona seit 2014. Gemeinsam tragen alle die Philosophie von ABS. "Wir wollen es den Kunden so einfach wie möglich machen." Man werde nie der billigste Anbieter sein, aber immer "eine gute Firma, auf die man sich verlassen kann". Dazu gehört auch, dass digitale Unterstützung etwa durch Apps, die den Kunden die aufwendige Dokumentationsarbeit erleichtern, in Kevelaer entwickelt und angeboten werden.

In der Marienstadt weiß man, welche Perle mit ABS zu den Unternehmen der Stadt gehört. Dafür gab es 2012 den Marketingpreis, der gerahmt im Eingangsbereich des Bürogebäudes hängt.

Und Hans-Josef Bruns, Wirtschaftsförderer der Stadt, betonte gestern, wie stolz man auf das Unternehmen und diese Erfolgsgeschichte sei: "Sie machen hier alle einen Riesenjob."

Quelle: RP
 
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