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Grevenbroich
21 Taten im Rhein-Kreis: Prozess gegen Einbrecherbande beginnt

Grevenbroich. Eine osteuropäische Einbrecherbande muss sich ab dem 9. November vor dem Landgericht Mönchengladbach verantworten. Die Staatsanwaltschaft legt den Angeklagten zur Last, alleine im Rhein-Kreis Neuss eine Vielzahl von Einbrüchen begangen zu haben. Die Männer und Frauen waren zu Beginn des Jahres in Mönchengladbach festgenommen worden. Von Marc Pesch

Insgesamt geht die Polizei davon aus, dass rund 70 Einbrüche auf das Konto der Bande gehen. "Ein Schwerpunkt der Männer war Mönchengladbach", so Gerichtssprecher Jan-Philip Schreiber, "aber auch in der Umgebung sollen die Angeklagten in erheblichem Maße aktiv gewesen sein." So zum Beispiel in Korschenbroich: Mindestens dreimal sollen die Männer im Alter zwischen 21 und 25 Jahren dort zugeschlagen haben. Anfang Dezember vergangenen Jahres soll die Bande in einem Einfamilienhaus an der Straße "Am Sportplatz" Geld und Schmuck im Wert von 14.000 Euro gestohlen haben. In einem Haus auf der Pescher Straße fielen der Bande Uhren, Halsketten, Ringe und Geld im Wert von gut 4000 Euro in die Hände. "Dort sollen sie ein Kellerfenster aufgebrochen haben und so ins Haus gelangt sein", sagt Schreiber. Der letzte Einbruch auf Korschenbroicher Gebiet ereignete sich laut Anklage Anfang Februar. Die Beute war kurios: Zunächst brachen die mutmaßlichen Täter die Terrassentür des Hauses auf und stahlen anschließend Bankunterlagen und eine Flasche Tequila.

Ebenfalls aktiv waren die Einbrecher auch in Kaarst und Meerbusch. In Kaarst machte die Bande laut Ermittlungen erhebliche Beute. "Ziel war ein Haus an der Straße ,Lange Hecke'", so Schreiber, "erbeutet wurden Elektronikgeräte, Geld und Schmuck im Wert von 17.000 Euro." Dort hatte sich die Tat Ende Januar 2017 ereignet. In Meerbusch wurde wiederum die Terrassentür eines Einfamilienhauses geknackt. Beute dort: Ebenfalls Wertgegenstände für mehr als 4000 EUR. Weitere Taten sollen sich in Neuss ereignet haben.

Alles in allem geht die Sonderkommission "Albatros" der Mönchengladbacher Polizei davon aus, dass die Bande mehr als 2000 Schmuckstücke geraubt hat. Alle Angeklagten stammen aus Albanien. Einige Bandenmitglieder waren laut Ermittlungen "an der Front" tätig und sind in die Häuser und Wohnungen eingebrochen, andere waren für die so genannte "Logistik" zuständig und sollen Wohnungen als Versteck sowie Fluchtautos besorgt haben, darunter auch eine Frau.

Jetzt im Prozess drohen empfindliche Haftstrafen. Möglich sind bis zu zehn Jahre Gefängnis. Der Prozess soll voraussichtlich Anfang Dezember zu Ende gehen.

Quelle: NGZ
 
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