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Grevenbroich
Bahnhofsvorplatz soll drogenfrei werden

Grevenbroich: Bahnhofsvorplatz soll drogenfrei werden
Die Stadt will das Sicherheitsgefühl am Bahnhof stärken. Sie arbeitet mit der Caritas und der Bahn an einem Konzept für den Vorplatz. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Die Stadtverwaltung arbeitet mit dem Caritasverband und der Bahn an einem Konzept für den Bahnhofsvorplatz in Grevenbroich. Ein Ziel der Aktion: Drogensüchtigen, die sich dort aufhalten, soll eine Alternative geboten werden. Von Wiljo Piel

Die Caritas hat lange Zeit im Auftrag der Stadt die öffentlichen Toiletten am Bahnhof gereinigt. Doch die Besucher der Kontaktstelle des Wohlfahrtsverbandes waren zu dieser Arbeit nicht mehr bereit. Unter anderem auch, weil sie dort immer wieder "auf die üblichen Utensilien des Drogenkonsums stießen", sagte Hans-Werner Reisdorf, Geschäftsführer der Caritas. Sie hätten Angst gehabt, sich an den Spritzen zu infizieren.

Die Stadt zahlte monatlich 450 Euro an die Caritas. Weil eine professionelle Reinigungsfirma deutlich teurer (30.000 Euro im Jahr) ausgefallen wäre, wurden die Toiletten geschlossen. Der Stadtrat hat sich jetzt für eine Alternative im Bahnhofs-Bistro "RichArt's" ausgesprochen. Betreiber Richard Hütches ist bereit, seine Toiletten für die Bahn-Reisenden zur Verfügung zu stellen - für einen monatlichen Pauschalbetrag von 565 Euro. In Kürze soll mit dem Gastronom ein Vertrag geschlossen werden.

Doch das wird voraussichtlich nur eine Zwischenlösung sein. Denn Claus Ropertz ist entschlossen, die Bahnhofstoiletten wieder zu öffnen. "Dafür muss vorher aber etwas verändert werden", sagt der städtische Dezernent. Konkret meint er damit eine Gruppe von Männern, die sich regelmäßig im Umfeld der WC-Anlagen aufhält und dort nicht nur Alkohol, sondern offensichtlich auch Drogen konsumiert. "Das löst bei vielen Bahn-Reisenden und Nutzern des Parkdecks ein Gefühl des Unbehagens aus", sagt der Dezernent.

Claus Ropertz berichtete im Rat darüber, dass die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Caritasverband und der Bahn an einem Lösungsvorschlag arbeitet. "Ich glaube nicht, dass es etwas bringt, diese Leute einfach von dort zu vertreiben. Wir wollen ihnen eine Alternative bieten, wo sie sich an anderer Stelle aufhalten können und gleichzeitig unter sozialer Kontrolle sind", so der Dezernent auf Anfrage unserer Zeitung. Wer diese Alternative nicht wahrnehme und weiterhin am Bahnhof angetroffen werde, müsse mit Sanktionen rechnen.

Einzelheiten konnte Claus Ropertz nicht nennen, dafür sei es noch zu früh. "Das Thema ist komplex und es betrifft nicht alleine den Bahnhofsvorplatz", sagte der städtische Dezernent. So gehe es unter anderem auch um die Frage, ob die Stadt Verbesserungen im Parkdeck vornehmen soll, in dem es selbst am Tag sehr dunkel ist - das gebe manchen Pendlern ein Gefühl der Unsicherheit. Wann der Lösungsvorschlag auf den Tisch gelegt werden soll, steht noch nicht fest. "Ich bin überzeugt, dass es sich lohnt, darauf zu warten", so Ropertz.

Die Ratsfraktion "Mein Grevenbroich" hatte in einem Antrag für die jüngste Sitzung des Stadtrates darauf hingewiesen, dass sich Anlieger von "Bienefelds Gässchen" über Verschmutzungen beklagten. Die hätten spürbar zugenommen, nachdem die Bahnhofs-Toiletten geschlossen wurden. Immer wieder würden auch Hinterlassenschaften von Drogenkonsumenten entdeckt, darunter "gebrauchte Spritzenbestecke" und "kleine Plastiktütchen mit weißem Inhalt", so die Fraktionsvorsitzende Martina Suermann.

Nach Einschätzung der Polizei ist der Bahnhofsvorplatz "kein besonders auffälliger Bereich", sagt Sprecherin Diane Drawe. Der Bezirksdienst sei dort regelmäßig auf Streife, "gelegentlich werden Personenkontrollen durchgeführt, die zu Strafanzeigen wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln führen". Im vergangenen Jahr sei die Polizei insgesamt 15 Mal zu verbalen Streitigkeiten zum Bahnhof ausgerückt, zudem habe es neun Fälle von möglicher Körperverletzung gegeben. Elf Mal wurden die Ordnungshüter zur Hilfe gerufen, etwa weil stark alkoholisierte Personen nicht alleine nach Hause fanden. Normal für einen Bahnhof, meint Drawe.

Quelle: NGZ
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