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Grevenbroich
Erste Flüchtlinge ziehen in Gustorfer Schule ein

Grevenbroich: Erste Flüchtlinge ziehen in Gustorfer Schule ein
Hartmut Deußen und Dirk Schwarz (v.l.) von der Stadt in der Küche des Flüchtlingswohnheims in der früheren Schule. FOTO: L. Berns
Grevenbroich. Die Stadt richtet die alte Schule auf dem Wiler für Asylbewerber her. In der nächsten Woche sollen die ersten Flüchtlinge ankommen. Von Carsten Sommerfeld

Die Stadt braucht dringend Platz für die steigende Zahl der Asylbewerber und richtet dafür die leer stehende alte Schule an der Straße Auf dem Wiler her. Die letzten Arbeiten laufen, in der kommenden Woche sollen die ersten der rund 20 bis 30 Bewohner einziehen. Rund 10 000 Euro investiert die Stadt in die Lösung auf Zeit. Etwa Mitte Juni sollen die Flüchtlinge in die geplante Container-Anlage am Langer Weg umziehen, dort wird Platz für 48 Menschen sein.

Der zweietagige Waschbeton-Bau Auf dem Wiler war viele Jahre eine Grundschule. Danach bildete er vorübergehend das Domizil für die Kita "Villa Kunterbunt", die später in einen Neubau umsiedelte. Die Namen der Sternen-, Mond- und Sonnengruppe hängen noch an den Türen der Gruppenräume. "Wir richten nur das Erdgeschoss für die Asylbewerber her", erklärt Dirk Schwarz, Leiter des Gebäudemanagements der Stadt, beim Rundgang.

Angepackt werden musste vor allem bei den Sanitäranlagen. "Viele Toiletten waren für Kleinkinder ausgelegt, die Schüsseln hingen für Erwachsene zu tief und wurden ausgetauscht", erläutert Schwarz. Außerdem wurden zwei Duschen installiert. In den früheren, 60 bis 70 Quadratmeter großen Klassenräumen musste wenig verändert werden. Sechs bis zehn Menschen sollen in einem Raum leben. "Die Möbel - Betten, Spinde, Tische und Stühle - kommen beim Einzug aus unserem Lager", sagt Hartmut Deußen vom Fachbereich Soziales. Einige Raumteiler sind bereits vorhanden, und in der Kochecke der Gemeinschaftsküche stehen schon zwei Herde.

Ein Vorteil: Wegen des Umbaus zur Kita erst vor einigen Jahren braucht im Haus nicht allzu viel gemacht zu werden. "Wir haben die Elektrotechnik im Gebäude, Heizung und Trinkwasser-Versorgung gecheckt", so Schwarz.

400 Asylbewerber leben zurzeit in Grevenbroich, davon 277 in städtischen Unterkünften. "Für diese Woche sind uns von der Bezirksregierung Arnsberg weitere 13 Asylbewerber angekündigt worden. Unsere Unterkünfte sind dann voll belegt. Wir sind dringend auf die Räume in der früheren Schule angewiesen", erklärt Hartmut Deußen.

Einziehen sollen dort wahrscheinlich Männer, die ohne Familie Asyl suchen. "Wir wollen 20 bis 30 Menschen unterbringen. Familien sollen hier nicht leben, weil die Räume für eine Familie zu groß wären", so Deußen. Bei der Belegung achte die Stadt darauf, dass nicht Menschen aus miteinander verfeindeten Gruppen gemeinsam untergebracht werden. "Außerdem sollen möglichst Asylbewerber in einem Raum zusammenleben, die sich miteinander verständigen können." Täglich wird ein Hausverwalter nach dem Rechten sehen, auch ein Sozialarbeiter besucht die Flüchtlinge. Nach deren Auszug erhält die alte Schule einen neuen Zweck. Das Areal soll verkauft werden. Die Erftsiedlungsgenossenschaft will den Gebäude-Komplex umbauen und Wohnungen schaffen.

Quelle: NGZ
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