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Grevenbroich
Flüchtlinge ziehen ins alte Finanzamt ein

Grevenbroich: Flüchtlinge ziehen ins alte Finanzamt ein
Die ersten Flüchtlinge sind in das ehemalige Finanzamt an der Erckensstraße eingezogen. 22 Menschen leben dort zurzeit. Das für 700.000 Euro umgebaute Gebäude bietet Platz für maximal 150 Asylbewerber. FOTO: Anja Tinter
Grevenbroich. Die Stadt hat das ehemalige Behörden-Gebäude für 700.000 Euro umgebaut. Die ersten 22 Asylbewerber sind jetzt eingezogen. Sie werden von Sozialarbeitern und einem Hausverwalter betreut. Nachts sorgt eine Security für Sicherheit. Von Wiljo Piel

Der rund 700.000 Euro teure Umbau ist abgeschlossen, die ersten Flüchtlinge sind jetzt in das ehemalige Finanzamt an der Erckensstraße gezogen. 22 Menschen leben zurzeit in dem vieretagigen Verwaltungsbau in der Innenstadt, der Platz für maximal 150 Personen bietet. Ein großer Teil der jetzigen Bewohner war bislang im Obdachlosenheim am Rittergut in Noithausen untergebracht. "Das hat dort zu sehr beengten Wohnverhältnissen geführt, die nun erfreulicherweise aufgelöst werden konnten", sagt Heike Steinhäuser, Leiterin des städtischen Fachbereichs Soziale Sicherung und Integration.

Im Herbst hatte die Stadt mit dem Umbau des seit Jahren leerstehenden Gebäudes begonnen. Rund 50 Räume mussten umgebaut werden. Es entstanden Wohn- und Aufenthaltsräume, Sanitäranlagen und kleine Küchen, in denen sich die Bewohner selbst versorgen können. "Zusätzlich konnten barriereärmere Wohnbedingungen geschaffen werden", sagt Heike Steinhäuser. Dies komme etwa einem jungen Mann zugute, der auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Familienangehörige unterstützen ihn bei der Bewältigung seines Alltags.

Das alte Finanzamt soll insbesondere älteren oder kranken Menschen, Ehepaaren, Alleinerziehenden mit Kindern oder größeren Familien zur Verfügung gestellt werden. "Obwohl das Haus mehr Platz bietet, wird es bei dieser Zusammensetzung mit 120 Personen voll belegt sein", betont Heike Steinhäuser. Nach der aktuellen Lage sei absehbar, dass die Unterkunft zunächst nicht ausgelastet sein wird.

In dem Haus ist bis auf weiteres täglich ein Sozialarbeiter präsent. Er bietet den Bewohnern seine Hilfe an, wenn es etwa um Fragen geht, die das Asylverfahren, den Aufenthalt in Deutschland oder den Anspruch auf Sozialleistungen betreffen. Unterstützt wird er von einem Hausverwalter, der ein Büro im Eingangsbereich des Hauses hat und als erster Ansprechpartner für Besucher fungiert. Für die Sicherheit der Bewohner wird nachts ein Security-Dienst sorgen.

Wann die nächsten Flüchtlinge in das ehemalige Behördengebäude einziehen werden, steht noch nicht fest. Zurzeit ist der große Zustrom an Asylbewerbern abgeebbt. "Grevenbroich hat in diesem Jahr 85 Personen aufgenommen, davon alleine 65 im Januar", sagt Heike Steinhäuser: "Das sind so viele, wie noch im Dezember innerhalb einer Woche in unsere Stadt kamen."

Die Bezirksregierung Arnsberg habe aber angekündigt, die Zuweisung demnächst wieder aufnehmen zu können. "Nähere Informationen soll es alsbald geben", sagt Steinhäuser. Nach dem aktuellen Stand leben in Grevenbroich zurzeit 748 Asylbewerber - davon 458 in Unterkünften und 290 in Wohnungen.

Für weitere Zuweisungen, mit denen die Fachbereichsleiterin im Herbst rechnet, ist die Stadt gerüstet. Die Zelte am Hagelkreuz stehen bereits seit Wochen bereit, an dem "Containerdorf" an der Gillbachstraße wird zurzeit letzte Hand angelegt. Die beiden Einrichtungen bieten Platz für 260 Menschen.

Quelle: NGZ
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