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Grevenbroich
Fünf Krippen - und eine Maria im Schrank

Grevenbroich: Fünf Krippen - und eine Maria im Schrank
Konrad Sturm (li.) und Friedhelm Bolz bauen in Sankt Mariä Himmelfahrt auf 25 Quadratmetern eine Weihnachtskrippe. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Überall auf der Welt gibt es den Brauch, zu Weihnachten Krippenlandschaften aufzustellen. Die Szenen sind vielfältig, kreativ und aus unterschiedlichen Materialien gestaltet. Wir stellen fünf Krippen aus Grevenbroicher Kirchen vor. Von Jan Dobrick

Ohne sie ist die Advents- und Weihnachtszeit undenkbar: die Krippe. Die figürlich-künstlerischen Darstellungen sind nicht nur Dekoration und erzählen mehr als die Geschichte der Geburt Jesu in einem Stall zu Bethlehem. Sie erzählen von Frieden, Geborgenheit, Hoffnung und Zuversicht. Wir stellen fünf Weihnachtskrippen vor:

Sankt Mariä Himmelfahrt (Gustorf) Die detailverliebte Krippenlandschaft in der Gustorfer Kirche ist imposant: Die handgeschnitzten 50er-Jahre-Figuren stehen im Querschiff auf einer Fläche von 25 Quadratmetern. Aus einem Brunnen sprudelt Wasser. "Die Schafe müssen ja was zu trinken haben", betont Baumeister Konrad Sturm, dem 32 Figuren zur Verfügung stehen. Sogar als vor Jahren ein Schaf gestohlen wurde, konnte er reagieren. "Theo Abels schnitzt Figuren, wenn was fehlt." 2014 kam ein Hund dazu. Sturm arbeitet seit dem ersten Advent an der Krippe: "Drei Tage vor Weihnachten soll sie fertig sein."

Sankt Clemens (Kapellen) Im Dezember werden in der Kirche Ziegelkisten, Holzbalken und lebensgroße Figuren geschleppt. Die zwei Meter hohe Krippe wird vorne links aufgebaut. Eine Statue der Mutter Gottes muss weichen - und "steht dann im Kleiderschrank bei den Messgewändern des Priesters", sagt Gemeindereferent Christian Albini. Gerade weist eine verlassene Feuerstelle auf den Aufbau der Krippe hin. Ein Topf hängt über dem Feuer. Noch ist niemand da. "Maria, Josef und die Tiere kommen erst kurz vor Weihnachten dazu, das Jesus-Kind lege ich Heiligabend bei der Kinderkrippenfeier ins Stroh", sagt Albini, der extra frisches Heu für die Futterecke gekauft hat, "damit es duftet".

Sankt Stephanus (Elsen) Die Künstlerinnen Ursula Schachschneider und Regine Günther haben im vergangenen Jahr eine Krippenlandschaft für die Kirche St. Stephanus Elsen gestaltet und sich dabei am Heiligen Land orientiert. Die Weihnachtskrippe ist in das drei mal vier Meter große Bild eingebettet. Standort: Andreas-Altar. "Wir haben aus Tuch und Papier eine Felsenlandschaft für die Krippe modelliert", sagt Gerd Reibel vom Kirchenvorstand. Die Heilige Familie steht unter einem Felsvorsprung. Daneben: Palmen, Lorbeer- und Olivenbäume. "Fünf Helfer benötigen zwei Tage, um die Landschaft aufzubauen, die Kinderaugen strahlen lässt", sagt Reibel.

Sankt Nikolaus (Barrenstein) 1973 wurden die Krippenfiguren angeschafft, die seit 25 Jahren von Wilhelmine Vanderfuhr und Katharina Welter gehegt, gepflegt und aufgestellt werden. 80 Zentimeter sind die Holzfiguren groß, die Heiligen Drei Könige - die vor acht Jahren dazukamen - sind zehn Zentimeter größer. "Es war nicht einfach, passende Figuren zu finden. Es kommt auf den Gesichtsausdruck an", erklärt Küsterin Vanderfuhr. Die Krippe wird mittig vor dem Altar stehen, so dass sie jeder sehen kann. Einen Stall gibt es nicht, dafür einen Olivenbaum, Tannenzapfen, Gras, Moos und einen Steinweg. "Material suche ich etwa bei Waldspaziergängen", sagt Wilhelmine Vanderfuhr.

Sankt Joseph (Südstadt) Die Weihnachtskrippe in der Südstadt ist einfach und schlicht gehalten. "Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche", sagt Andrea Pollert, die sich an der Gestaltung beteiligt. Neben der Heiligen Familie stehen dort Ochse, Esel, Schafe und zwei Hirtenfiguren, die "multifunktional" sind. "Sie verwandeln sich im Januar zu zwei Königen", erklärt Pollert. Die Figuren, die etwa 80 Zentimeter groß sind, stehen ab dem 22. Dezember auf Stroh in einem Stall aus Brettern genau vor dem Altar - im Kerzenlicht. Heiligabend werden in der Kirche zudem Fotos präsentiert, die zeigen, wie Flüchtlinge in Deutschland leben: beispielsweise in Zelten oder Wohncontainern.

Quelle: NGZ
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