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Italien
Nudeln und eine "Negerpuppe"

Italien: Nudeln und eine "Negerpuppe"
Gundhild Tillmanns FOTO: Berns Lothar
Italien war das (!) Urlaubsziel der Deutschen in den 1950er/60er Jahren, auch für uns. Tatsächlich hörten wir auf der Fahrt "Volare" und sangen mit: Papa am Steuer, Mama daneben, hinten Gundi (2).

Noch heute singe ich mit, wenn ich "Volare" höre. Zur frühkindlichen Prägung gehörte aber beim Italienurlaub vor allem die Pasta asciutta, heute bekannter als Spaghetti Bolognese. So gehörten Pasta asciuta neben dem ansonsten für Zweijährige üblichen Vokabular zu meinen ersten Worten. Und dann war da noch die "Negerpuppe". Damals durfte man das sagen, heute hieße sie vielleicht "Mädchenspielzeug mit Migrationshintergrund". Die, wie auch immer genannte, wollte ich unbedingt haben. Und am letzten Tag wurde die schwarze Dame mit buntem Baströckchen auch tatsächlich die Meine. Ich liebte das Ding, aber nicht lange. Schon auf dem Heimweg verlor sie ihren Kopf. Papa schimpfte über "keine deutsche Wertarbeit in Italien", aber Mama kochte zu Hause ab sofort immer öfter Pasta asciutta.

Quelle: NGZ
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