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Kraftwerks-Reststoffdeponien
Quecksilber ist Thema im Landtag

Quecksilber in Kraftwerks-Reststoffdeponien in Grevenbroich Thema im Landtag
Die Aschen aus den Kraftwerken wurden früher in Tagebaugruben verkippt. In den 70er und 80er Jahren sind Aschekippen angelegt worden. FOTO: Lothar Berns
Grevenbroich. Die vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) angestoßene Diskussion um die Sicherheit der Kraftwerks-Reststoffdeponien im Rheinischen Revier hat jetzt auch den Landtag erreicht. Der Abgeordnete Hanns-Jörg Rohwedder (Piraten) hat die Recherchen des Umweltverbandes aufgegriffen und eine kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt.

Rohwedder will unter anderem wissen, wie hoch der Quecksilbergehalt in den Braunkohlenaschen ist, die auf Kraftwerksdeponien verkippt wurden - etwa auf der Deponie Garzweiler westlich der Landstraße 116 bei Frimmersdorf. Zudem stellt er die Frage nach der Erdbebensicherheit dieser Anlagen.

"Wir erhoffen uns davon belastbare Aussagen zu den tatsächlichen Schadstofffrachten und der Langzeitsicherheit der unseres Erachtens nur unzureichend gesicherten Deponien", sagt Dirk Jansen, Geschäftsleiter des BUND-Landesverbandes. Nach Darstellungen des Umweltverbandes seien im Rahmen der Deponie-Genehmigungen keine Untersuchungen zu möglichen Risiken durch Erdstöße untersucht worden.

RWE spricht von "Panikmache"

"Beben könnten die zur Abdichtung der Deponien vorhandene Tonschicht schädigen - ein entsprechender ,Stresstest' ist aber nie gemacht worden", so Jansen. Gerade vor dem Hintergrund der Erdstöße, die am 22. Dezember 2015 direkt hinter der Grevenbroicher Stadtgrenze registriert wurden, müsse diesem Aspekt mehr Aufmerksamkeit zukommen.

Sorgen bereite dem Umweltverband zudem das Problem der Altlasten in den ehemaligen Tagebauen. "Bis in die 1980er Jahre wurden die Kraftwerksaschen einfach in den Braunkohlengruben verkippt. Im Rahmen unserer Recherchen konnten die Kreisbehörden nicht darlegen, wo welche Mengen tatsächlich lagern", so Jansen. Derzeit läuft - angestoßen vom BUND - eine Bestandsaufnahme mit historischer Erkundung. Das Umweltministerium hatte die Kreise im Rheinischen Revier aufgefordert, die entsprechenden Angaben in Abstimmung mit RWE Power vorzulegen.

Der Energiekonzern hat die Bedenken des BUND als "Panikmache" bezeichnet. Die geäußerten Zweifel an der Sicherheit der Reststoffdeponien würden jeder Grundlage entbehren.

Quelle: NGZ
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