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Hilden
Sie freuen sich auf längere Abende

Hilden: Sie freuen sich auf längere Abende
Einzelhändlerin Anja Schürg aus Hilden. FOTO: Tinter
Hilden. Sommerzeit - ab morgen ist es eine Stunde länger hell. Die RP fragte, was Sie daraus machen. Von Thomas Gutmann, Alexandra Rüttgen, D. Schmidt-Ellmendorf

In dieser Nacht wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt. Das beschert uns zwar ein kürzeres Wochenende, aber dafür ist es abends wieder länger hell.

Heiko Fischer freut sich auf die Sommerzeit. Er begleitet für den Haaner Turnverein (HTV) mehrere Walking- und Laufgruppen, die immer dienstags und donnerstags um 18 Uhr an der Stadtgrenze von Hilden und Haan an der Waldschenke starten. Im Winter ist es dann schon dunkel, und die Sportler sind auf den kürzeren Distanzen mit Taschenlampe im Wald unterwegs. Die Läufer auf den längeren Distanzen orientieren sich hingegen an beleuchteten Straßenzügen. Zugleich schrumpft die Gruppenstärke: "Einige verabschieden sich, wenn die Sommer- auf die Winterzeit umgestellt wird", weiß Fischer aus Erfahrung. Und sind es zu Hochzeiten 80 bis 100 Walker und Jogger, die er betreut, nehmen im Winter nur noch 30 bis 40 Freizeitsportler an den Terminen teil. "Aber die kommen alle im Frühjahr wieder", berichtet Fischer erfreut. Neueinsteiger sind am Dienstag, 14. April, eingeladen, sich dem Lauftreff anzuschließen. Die Teilnahme ist gebührenfrei, eine Anmeldung nicht nötig.

Frank Gennes, Stadtbeauftragter des Nabu aus Monheim. FOTO: privat

Wenn sie abends ihr Haushaltswarengeschäft in Hildens Innenstadt abschließt, dann kann Inhaberin Anja Schürg bereits im Hellen nach Hause gehen. Das findet sie angenehm. "Jetzt weiß man, es kommt der Frühling. Dieses Einheitsgrau bei sieben Grad schlägt ja schon aufs Gemüt." Trotzdem ist sie kein Freund der Zeitumstellung. "Das bringt mir nur Arbeit", berichtet die Einzelhändlerin. So müsse sie die Computer und die Zeitschaltuhren in ihrem Geschäft erst einmal umstellen. "Zudem schlafe ich nach der Zeitumstellung eine ganze Woche lang schlecht." Daher brauche sie die Umstellung nicht. Einziger Vorteil aus ihrer Sicht: "Es ist schön, dass man abends länger auf der Terrasse sitzen kann."

Frank Gennes (47), Monheimer Stadtbeauftragter des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), bekommt jetzt abends wieder mehr Gelegenheiten für Naturbeobachtungen. "Da der Gesang der Singvögel von der Umgebungshelligkeit beeinflusst wird, enden ihre abendlichen Konzerte nun zu immer späterer Stunde", sagt der Naturpädagoge. Zudem kehrten jetzt viele Zugvögel wie etwa die Sing-Drossel aus ihren Winterquartieren zurück. "Auch die Winterschläfer sind aufgewacht", freut sich Gennes. Bereits seit einigen Wochen könne man in der Dämmerung mit etwas Glück die ersten Fledermäuse bei ihren Jagdflügen über Häusern und in Parkanlagen beobachten. "Außerdem ist es immer wieder ein Erlebnis, die Paarungsrufe der Gras-Frösche zu hören."

Peter Groß und Manfred Gerlach spielen gerne Boule. FOTO: Matzerath

Peter Groß (76) und Manfred Gerlach (65) treffen sich im Freizeitpark Langfort in Langenfeld fast täglich mit anderen Senioren zum Boule-Spielen. "Im tiefen Winter ist wegen der Dämmerung oft schon vor 16 Uhr Schluss, dagegen haben wir jetzt natürlich deutlich mehr Spielraum", erzählt Groß. Deshalb fangen die Bouler ab Mitte März auch erst um 15 Uhr an statt wie im Winterhalbjahr bereits um 14 Uhr. Die Freizeitpark-Truppe pflegt zwar selbst eher einen nüchternen Boule-Stil, freut sich aber wegen der Zeitumstellung für andere Kugelschubser. Denn Boule ist für viele ein Feierabendvergnügen mit Rotwein, je länger, desto beschwingter.

Quelle: RP
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