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Hückelhoven
Besuch aus Fernost bei Laubfröschen

Hückelhoven: Besuch aus Fernost bei Laubfröschen
Die Waldkinder zeigten dem Besuch aus dem fernen Japan, was sie im Wald so alles erleben. Die Erzieher und Erzieherinnen aus dem Land der aufgehenden Sonne waren auf Fortbildung in deutschen Einrichtungen - neben Frankfurt und Kassel auch in Doveren. FOTO: J. LAASER
Hückelhoven. Das Waldkindergarten-Team der Elterninitiative Laubfrösche staunte nicht schlecht: Besuch aus Japan hatte sich angesagt. Bei einer Bildungsreise wollten japanische Erzieher die deutsche Kindergartenlandschaft kennenlernen. Von Anke Backhaus

Die Kinder haben nun eine Menge zu erzählen. Denn dieser Besuch in ihrem Kindergarten war definitiv außergewöhnlich und spannend zugleich. Der Kindergarten - das ist der Waldkindergarten der Elterninitiative Laubfrösche in Doveren. Hier zu Gast waren nämlich Erzieher.

Erzieher im Kindergarten? Ungewöhnlich ist das natürlich nicht. Wenn diese allerdings aus dem fernen Japan angereist sind, dann schon. Neun japanische Erzieher (sieben Frauen und zwei Männer) touren derzeit durch Deutschland. Ihr Anliegen: Das deutsche Kindergartenwesen kennenlernen.

Evelyn Jakobs, die Vorsitzende der Elterninitiative Laubfrösche, staunte, als den Verein die Anfrage aus Asien erreichte. "Als wir angesprochen wurden, ob ein solcher Besuch möglich ist, haben wir uns im positiven Sinn gewundert. Wir haben spontan zugesagt", erzählt sie. Das war auch gut so, denn die 21 munteren Laubfrösche-Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren fieberten dem besonderen Besuch sehr entgegen.

Und es gab am Besuchstag viel zu entdecken für beide Seiten. Vor allem die Unterschiede stachen heraus. Für die japanischen Erzieher ungewöhnlich war etwa, dass für die 21 Kinder drei Erzieherinnen und eine Auszubildende zur Verfügung stehen. "In Japan ist ein Erzieher für 25 bis 30 Kinder alleine zuständig", hieß es von asiatischer Seite. Freies Spiel, was hierzulande in den Kindergartenalltag integriert ist, oder Ähnliches ist daher für Kinder in Fernost so gut wie gar nicht machbar. In diesem Zusammenhang nutzt Gruppenleiterin Andrea Lobach die Gelegenheit, um genau zu hinterfragen, welche Auswirkungen das auf den beruflichen Alltag hat. Die Japaner erklären dazu, dass die Quote derer, die früh aus dem Beruf ausscheiden oder sich umorientieren, gewaltig hoch ist. Andrea Lobach wird dabei nachdenklich: "Da ist das alles sehr streng konzipiert. Wir haben das schon richtig gut hier, und das wissen wir zu schätzen." Deutschland und Japan haben allerdings gemeinsam, dass es in beiden Ländern Waldkindergärten gibt.

Im Verlauf des Vormittags machten die Japaner die deutschen Kinder mit besonderen Fröschen vertraut. Frösche, die die Kinder mit den japanischen Erziehern aus Papier gebastelt haben. Die japanische Kunst des Papierfaltens, auch bekannt unter dem Begriff Origami, hat den Kindern im Waldkindergarten enorm viel Spaß gemacht.

Klar, dass es auch viel Zeit gab, um neugierige Fragen zu stellen, die der Dolmetscher immer wieder übersetzte. Die Kinder wollten zum Beispiel wissen, ob der Mond auch in Japan zu sehen ist.

Begleitet wird die japanische Erziehergruppe von Makoto Uesugi. "Wir reisen derzeit sehr viel. Stationen sind nicht nur Doveren, auch in Kassel, Koblenz und Frankfurt sind wir unter anderem unterwegs. Wir verstehen das als intensive Bildungsreise", sagt er. Der Besuch der Japaner endet für den Geschmack der kleinen Kinder viel zu schnell. Ehe es zurück zur Hütte geht, die an der Johann-Holzapfel-Grundschule steht, zählen die Erzieher die Kinder. Sie sind nach wie vor begeistert von den außergewöhnlichen Besuchern. Ihre aus Papier gefalteten Frösche dürfen sie behalten - so haben sie eine bleibende Erinnerung an den spannenden Kindergartentag.

Quelle: RP
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