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Hückelhoven
Jugend-Häuser für Flüchtlinge

Hückelhoven: Jugend-Häuser für Flüchtlinge
FOTO: JÜRGEN LAASER
Hückelhoven. Die Stadt Hückelhoven richtet derzeit zwei Nurdach-Häuser auf dem Jugendzeltplatz des Kreises in Brachelen her, um dort bis zu 30 Asylbewerber unterzubringen. Alle bisherigen Quartiere sind voll. Von Gabi Laue

Die Flüchtlingsheime im Stadtgebiet sind an der Obergrenze der Unterbringungsmöglichkeiten angelangt, alle angemieteten Wohnungen belegt. Die Stadt musste sich etwas einfallen lassen, um weitere Asylbewerber unterzubringen. Daher hat sie den Kreis Heinsberg gebeten, für eine Übergangszeit den Jugendzeltplatz in Brachelen nutzen zu dürfen. Zelte aufbauen oder Sporthallen umrüsten - das will die Verwaltung auf keinen Fall. "Die Belegung von Turnhallen wollen wir tunlichst vermeiden, um den Schulbetrieb nicht zu beeinträchtigen", unterstrich Erster Beigeordneter Helmut Holländer.

"Wir wollen den Jugendzeltplatz vorübergehend in Anspruch nehmen, bis wir neue Lösungen haben", erklärte der Sozialdezernent weiter. Dazu müsse in Brachelen lediglich die Stromversorgung verbessert werden. Laut Baugenehmigung wäre die Unterbringung von bis zu 38 Personen zulässig, die Stadt will jedoch nur maximal 30 junge Einzel-Asylbewerber im Alter zwischen 18 und 30 Jahren dort einziehen lassen.

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Die Zuweisung von Flüchtlingen erhöht sich auch in der Ex-Zechenstadt. Waren es bislang im Schnitt höchstens 18 Flüchtlinge pro Woche, mussten in der vergangenen Woche schon 31 Menschen untergebracht werden. Dabei sind die beiden großen Flüchtlingsunterkünfte an ihre Maximalgrenzen gestoßen. Laut Holländer leben jetzt in Millich 74 junge Männer, in der neuen Unterkunft Kaphof sind es 50 Personen. Die neu Zugewiesenen wurden in Wohnungen einquartiert. Weitere Wohnungen hat die Stadt angemietet, die in dieser Woche ankommenden Flüchtlinge können so noch untergebracht werden. Für die nahe Zukunft müssen aber weitere Lösungen her. Daran arbeitet die Verwaltung mit Hochdruck. Angebote von Wohnraum sind höchst willkommen.

Der Plan ist, die Flüchtlinge auf dem 27 000 Quadratmeter großen Gelände des Jugendzeltplatzes "Ruraue" in Brachelen nur für wenige Wochen wohnen zu lassen und sie dann in anderen Einrichtungen unterzubringen. Doch die "Notlösung" könnte sich auch, so Holländer, "bis zum Frühjahr hinziehen, wenn's schlecht läuft". Und der aktuelle Stand der Zuweisungen kann sich täglich ändern, da ist wenig zuverlässig planbar. In Brachelen finden die jungen Männer nach kräftezehrender Flucht und traumatischen Erlebnissen sicher ein ruhiges Plätzchen in der Natur mit großzügigen Freiflächen, Bolz- und Grillplätzen. Die Lage außerhalb des Ortes zwischen Feldern und Wiesen aber ist laut Helmut Holländer auch ein Nachteil: "Da fährt kein Bus. Das Gelände ist ziemlich abgelegen."

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Quelle: RP
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