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Hückeswagen
Junger Afghane kann erstmal bleiben

Hückeswagen: Junger Afghane kann erstmal bleiben
Zobair Ibrahimi will eine Ausbildung bei Frisörmeister Kevin Gedert (auf dem Stuhl) beginnen. FOTO: büba (Archiv)
Hückeswagen. Im April stand Zobair Ibrahimi, ein in Hückeswagen lebender Afghane, kurz vor der Abschiebung. Der 18-Jährige will hier bleiben und einen Beruf erlernen, doch sollte er binnen 30 Tagen das Land verlassen. Drei Monate später ist er immer noch in Hückeswagen, Asyl hat er aber bislang nicht erhalten.

"Zobair ist noch bei uns", berichtet Kevin Gedert erfreut. Der Frisörmeister vom Island kümmert sich ihn. Eine Aufenthaltsgenehmigung hat er noch nicht. "Bis Ende Juli tut sich beim Thema Flüchtlinge nichts, bis dahin können wir nichts machen", sagt Gedert. Abwarten und die Situation abwägen sei momentan alles. Trotzdem gibt's für Ibrahimi auch Positives. "Er macht sich sehr gut bei mir und unterschreibt demnächst einen EQJ-Vertrag", erklärt Gedert. Der sogenannte Einstiegsqualifizierungsvertrag geht über ein Jahr und dient dazu, dem jungen Mann die Grundkenntnisse, die für die Berufsausbildung nötig ist, zu vermitteln. Anschließend ist eine Frisörausbildung vorgesehen.

Enttäuscht ist der Frisörmeister aber über die fehlende versprochene Unterstützung aus der Politik. "Vor der Landtagswahl haben uns viele Kandidaten versprochen, uns zu helfen", sagt Gedert. Von persönlicher Hilfe oder Menschen, die geschickt werden sollten, sei die Rede gewesen. "Am Ende hat aber keiner etwas gemacht. Nur Peter Biesenbach war noch einmal hier", sagt Gedert. Er selbst will den Weg mit Ibrahimi weiter gehen: "Er und ich, wir bleiben in einem Boot."

(se)
 
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