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Hückeswagen
Schweinepest setzt Jäger stark unter Druck

Hückeswagen. Es klingt merkwürdig, ist aber eine Tatsache: Die Afrikanische Schweinepest setzt auch die Jäger im Bergischen unter Handlungsdruck. Die Seuche rückt näher. Nach Ansicht von Experten ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie Deutschland erreicht haben wird. Die Jäger haben den Seuchenzug nicht zu verantworten. Aber sie sind aufgefordert, verstärkt Jagd auf Schwarzwild zu machen, um die Bestände deutlich zu reduzieren. Denn wenn das Virus erst einmal im Land ist, werden Wildschweine zu Hauptüberträgern. Von Brigitte Neuschäfer

Die Bedrohung war das Hauptthema bei der Hauptversammlung des Hückeswagener Hegerings im Kolpinghaus. Kreisjagdberater Baldur Neubauer und der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Manfred Kind, gingen ausführlich darauf ein.

Die Ausgangssituation in den heimischen Revieren ist anders als in anderen Regionen Deutschlands: Seit den 1970er-Jahren hat der Schwarzwild-Bestand deutlich zugenommen. Zurückzuführen ist das laut Neubauer unter anderem auf den Klimawandel mit milderen Wintern, reichliche Mast in den Wäldern sowie Monokulturen in einer zunehmend industrialisierten Landwirtschaft mit großflächigem Mais- und Rapsanbau. Die Jäger trifft insofern Mitschuld, als zu wenig Jungtiere zur Strecke gebracht werden. Eigentlich sollten mindestens 70 Prozent des erlegten Schwarzwildes Frischlinge sein, in Oberberg werde dieser Anteil aber bei Weitem nicht erreicht, merkte Neubauer kritisch an.

In Hückeswagen sieht das anders aus: 162 Wildschweine wurde im jetzt zu Ende gehenden Jagdjahr in den örtlichen Revieren geschossen, der Anteil der Frischlinge lag bei über 80 Prozent. Das berichtete der Leiter der Hegegemeinschaft, Dr. Johannes Tingelhoff. Die Zahlen zum Frischlings-Abschuss liegen seit Jahren auf hohem Niveau. Auch vor diesem Hintergrund bezeichnete Manfred Kind den Zusammenschluss der Hückeswagener Jäger als "Vorzeige- und Vorbild-Hegering". Sein besonderer Dank galt dem Vorstand, allen voran dem seit 2002 amtierenden Vorsitzenden Johannes Meier-Frankenfeld. Ihm bescheinigte Kind eine "professionelle und sehr gute Führung" der örtlichen Jägerschaft. Meier-Frankenfeld hatte eigentlich in diesem Jahr den Vorsitz abgeben wollen, es fand sich jedoch kein Nachfolger. Bei der Hauptversammlung wurde der Hückeswagener erneut einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Ansonsten wird der Vorstand jünger: Als stellvertretender Hegeringsleiter rückt Ferdinand Rockholtz (32) für Christoph Messink nach. Als Schriftführer folgt Max Koll auf Hagen Hager. Schatzmeisterin bleibt Katharina Möricke.

Quelle: RP
 
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