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Jüchen
Gemeinde baut, kauft, mietet für Flüchtlinge

Jüchen. Verwaltung stellt sich auf weitere Asylbewerber ein. Notunterkunft schließt, bleibt aber als Reserve. Von Gundhild Tillmanns

In den Landesnotunterkünften für Flüchtlinge warten noch 40.000 Menschen darauf, in Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen eine neue Heimat zu finden. Deshalb muss sich auch die Gemeinde Jüchen auf weitere Festzuweisungen von Flüchtlingen einstellen. Das berichtete Bürgermeister Harald Zillikens bei der jüngsten Bürgerinformation zur aktuellen Flüchtlingssituation vor Ort. Hatte Jüchen bis vor kurzem seine Aufnahmequote mit 108 Prozent noch übererfüllt, so wird sich dies ändern: Zum Monatsende, also schon morgen, fallen die 150 Plätze in der Notunterkunft an der Odenkirchener Straße weg "Die Unterkunft wird eingefroren und als Puffer vorgehalten, wenn sie eines Tages wieder gebraucht werden sollte", sagte Zillikens.

Auf weitere Zuzüge stellt sich die Gemeinde ein und schafft Reserven für die Unterbringung von Flüchtlingen. Will heißen: Sie baut, kauft und mietet weiterhin Wohnraum an, wie der Bürgermeister informierte. "Wir gehen jeder Anzeige auf dem Immobilienmarkt nach", betonte er. Und das gelte für alle Ortsteile. Die Tatsache der Häufungen von Asylbewerberwohnungen in Hochneukirch und Jüchen-Mitte sei schlicht und einfach der Angebotssituation am Wohnungsmarkt geschuldet. So gebe es eben kaum geeignete Angebote aus den Dörfern: "Wir achten bei den Mietverträgen darauf, dass die Wohnungen menschenwürdig, aber auch nicht zu luxuriös sind. Eine Sauna im Keller muss nicht sein. Außerdem zahlen wir als Gemeinde nur die Mietsätze nach dem Sozialgesetzbuch, so dass die Flüchtlinge, wenn sie SGB II-Empfänger werden, dort auch wohnenbleiben können", verdeutlichte Zillikens.

Die Gemeinde versuche darüber hinaus auch, leerstehende Eigentumswohnungen im sogenannten "Sonnenhaus" an der Mühlenschleide für Flüchtlinge anzumieten und habe bereits Kontakte zur Hausverwaltung und zur Eigentümergemeinschaft aufgenommen. Momentan sehe es so aus, dass die Gemeinde bis zum Jahresende voraussichtlich zehn Wohnungen aus diesem Haus mieten könne. "Als Gemeinde haben wir aber natürlich keinen Zugriff auf privates Eigentum", hielt Zillikens den wiederholten Nachfragen aus der Bürgerschaft entgegen, leerstehenden Wohnraum in der Gemeinde "einfach" mit Flüchtlingen zu füllen.

Neben dem an der Jülicher Straße geplanten Flüchtlingshaus für 120 Personen, das später auch in Wohnraum für Niedrigverdiener umgewandelt werden kann, verfolgt die Gemeinde laut Zillikens drei weitere Bauoptionen. Für die Grundstücke in Gierath und Jüchen seien die Bauvoranfragen gefertigt. Und für das Grundstück in Bedburdyck (Obstweise) werde jetzt ein Lärmschutzgutachten in Auftrag gegeben, informierte der Bürgermeister.

Quelle: NGZ
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