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Jüchen
Werbung für Ikea & Co. kommt aus Jüchen

Jüchen: Werbung für Ikea & Co. kommt aus Jüchen
Eine Auswahl an Werbetaschen zeigen Maren Müller-Altmann (v.l.), Melanie Steinökel, Oliver Müller und und Carina Beyer in Räumen der Firma Olipromo in Jüchen. FOTO: Georg Salzburg
Jüchen. Die Firma Olipromo lässt auf Kundenwunsch Werbematerial in China herstellen. Zu ihren Kunden gehören unter anderem Ikea, Bayer, BASF. Von Gundhild Tillmanns

Wenn das Landeskriminalamt (LKA) bald mit seiner neuen Kampagne gegen Kriminalität an den Start geht, dann steckt in gewisser Weise "konspirativ" die Jüchener Firma Olipromo dahinter. Sie liefert nämlich dem LKA das Promotionmaterial für seine Kampagne. Oliver Müller hat die immer wieder von Neuem innovative Firma vor 24 Jahren mit seiner Ehefrau Maren Müller Altmann gegründet. Der Firmenname Olipromo setzt sich aus seinem Vornamen und dem Begriff Promotion zusammen.

Und er hat sich in den vergangenen Jahren bei vielen deutschen Markenunternehmen gut eingeprägt: "Ikea, Bayer, BASF, Mustang, Estée Lauder, Mc Donald's", zählt er unter vielen weiteren auf. Die Kunden liefern Müller und seinem Team vielleicht eine Idee, einen Entwurf oder auch nur ihr Logo: Das erwünschte Werbeobjekt lässt der Wahl-Jüchener dann vorwiegend in China herstellen und auf dem Seeweg bis Hamburg und dann weiter mit Lkw zu den Kunden transportieren.

"Das Wichtigste ist die Story. Eine Werbung muss eine runde Geschichte erzählen", betont der 46-jährige Kaufmann. Ein besonders gelungenes Beispiel sei der sogenannte "Digital Samla", den Ikea zum 40-jährigen Bestehen bei ihm bestellt habe: In einer wie Holz anmutenden Hülle aus gepresstem Altpapier steckt ein USB-Stick. Ein weiteres Beispiel für eine gute Story realisierte Olipromo für den Bayer-Konzern: Eine Augensalbe für Hunde verspricht Klarsicht nicht nur für den Hund und enthält folgerichtig in der Salbenverpackung auch noch eine Sonnenbrille für Herrchen oder Frauchen.

Die kreative Gestaltung des Promotionmaterials liegt zwar bei den Kunden oder Agenturen, die sie mit den Entwürfen beauftragen, Oliver Müller steigt aber frühzeitig in den Prozess mit ein, wie er betont. Er unterscheide sich in der Branche von Firmen, die nur komplett fertige Entwürfe umsetzen ließen, durch einen großen Teil eigener Dienstleistungen und durch Schnelligkeit, sagt er. "Wenn die Kunden es wünschen, können wir ihnen einen großen Teil der Arbeit abnehmen", betont er, gibt aber auch zu: "Wir sagen auch, wenn die Vorstellung eines Kunden nicht funktioniert."

In einem Viererteam sorgen die Müllers in einer von ihnen aufwendig restaurierten Villa an der Kölner Straße in Jüchen dafür, dass die gewünschten Werbeartikel ihre Kunden erreichen. Zwei Mitarbeiterinnen habe er zu Kaufleuten ausgebildet und fest angestellt, berichtet der Olipromo-Chef. Lieferungen bis zu sechs Kubikmetern lassen sich an der Rampe auf seinem Hof abladen. Größere Frachten werden bei Nippon in Bedburg angeliefert: "Wir kontrollieren alle Lieferungen vor Ort und haben deshalb auch kaum Reklamationen", betont Oliver Müller, der ursprünglich aus einer großen Schmuckhändlerfamilie aus Neuss stammt.

Deshalb hatte er seine ersten beruflichen Schritte auch in der Schmuckbranche gewagt. "Damals hatte der Düsseldorfer Landtag noch ein eigenes Budget beispielsweise für silberne Krawattennadeln. Das wäre heute unvorstellbar", gibt Müller zu. Aber die Aufträge durch den Landtag seien eine Initialzündung gewesen. Und als die Wirtschaftsflaute nahte, hatte er sich längst auf andere Segmente konzentriert: "Wir haben einen guten Mix aus Kunden, die zyklisch und die antizyklisch investieren. Deshalb haben wir seit 15 Jahren steigende Umsätze", verrät Müller, der übrigens den Standort Jüchen wegen seiner guten Autobahnanbindung und der Nähe zum Flughafen Köln-Bonn für Wohnen und Arbeiten gleichermaßen nicht mehr missen möchte.

Quelle: NGZ
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