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Kaarst
Zwei Musiker machen gutes Kabarett

Kaarst. Die Künstler Martin Zingsheim und Uli Masuth waren im Albert-Einstein-Forum zu Gast. Von Rudolf Barnholt

Es müssen nicht immer die ganz großen Namen sein: Am Wochenende traten im Albert-Einstein-Forum Martin Zingsheim und Uli Masuth auf. Beide sind nicht nur wortgewaltig, sondern auch Musiker. Zingsheim (31) studierte Musikwissenschaften, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft sowie Philosophie in Köln. Er arbeitete unter anderem als Pianist. Er kann aber nicht nur in die Tasten hauen: Mit seinem Programm "Kopfkino" bewies er einmal mehr, dass ihm das Spiel mit Worten ebenso liegt wie die Musik. Wenn er am Flügel sitzt, begleitet ihn Martin Weber mit der Geige. Wie sehr Martin Zingsheim mit der Sprache jongliert, wie er bekannte Sätze unbeschwert umbaut, macht folgendes Beispiel deutlich: Aus dem einstigen Bekenntnis von Klaus Wowereit machte er die Aussage: "Ich bin gut, und das ist auch schwul so." Der 31-Jährige animierte das Publikum, unerwartete Dinge zu tun - zum Beispiel eine E-Mail mit dem Füller zu schreiben.

Alltagsbeobachtungen und Kulturkritik vermischen sich mit politischem Kabarett - allerdings ohne übertriebene Bissigkeiten. Pfiffig zu sein, scheint Zingsheim wichtiger zu sein, da ist er voll und ganz in seinem Element. Der Künstler teilt gern in alle Richtungen aus. Mal beschwert er sich über den Mietwucher auf seine typisch ironische Art ("Die Kaltmiete sollte 110 Prozent des Monatseinkommens nicht überschreiten"), mal prangert er die Spießbürgerlichkeit an, erzählt von Menschen, die ihre eigene Tapete in die Ferienwohnung kleben, um sich schneller heimisch zu fühlen.

Uli Masuth ist Komponist, Pianist und Kabarettist, der Duisburger lebt in Weimar und präsentierte in Kaarst jetzt sein Programm "Und jetzt die gute Nachricht". Er sieht die Dinge auf sehr eigene Weise zu sehen. So lobt er die neue griechische Regierung, teilt gegen die Waffenindustrie aus und gesteht: "Ich bin kein Finanzexperte, da geht es mir wie Wolfgang Schäuble."

Wie ein roter Faden zieht sich die - vermeintlich - gute Nachricht durch das Programm. Im Zusammenhang mit der Fußballweltmeisterschaft zur Vorweihnachtszeit besteht diese gute Nachricht aus einem zu erwartenden Umsatzplus von Heizpilzproduzenten. Und er hält einen Dritten Weltkrieg für wenig wahrscheinlich: "Dazu fehlt es der Bundeswehr an geeignetem Gerät", meint er.

Quelle: NGZ
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