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Gemeinde Grefrath
Grüne kritisieren Zustände in Flüchtlingsunterkunft

Gemeinde Grefrath. "Willkommenskultur sieht anders aus", sagt Andreas Sonntag von den Grefrather Grünen. Vertreter der Grünen-Fraktion im Gemeinderat hatten kurz vor Weihnachten die Wohnungen für Flüchtlinge und Asylbewerber im Haus "Am Reinersbach" in Grefrath besichtigt und waren schockiert angesichts der desolaten Räumlichkeiten. Vieles in dem Haus sei defekt, etwa ein Kohleofen oder ein Kochherd. Elektrische Leitungen seien teilweise aus der Wand gerissen, die Wände vielfach verschimmelt.

Als schlichtweg "menschenunwürdig" bezeichnete Andreas Sonntag die Unterbringung der Flüchtlinge. Die Grünen mahnen dringend eine Verbesserung der Wohnverhältnisse an. Auch das Außengelände sei ungepflegt. Die Grünen haben die Zustände mit eigenen Fotos dokumentiert und die Aufnahmen auch Bürgermeister Manfred Lommetz vorgelegt. Bei dem Gespräch mit der Verwaltung sei allerdings "nicht viel herausgekommen", so Sonntag gegenüber der Rheinischen Post.

Im Rathaus gebe man den Flüchtlingen eine Mitschuld an der Misere. Die Räume würden nicht ausreichend gelüftet und es würde nicht genug geheizt. Daher komme es zu Schimmelbildung an Wänden und in den Badezimmern. Die Grünen kritisieren in diesem Zusammenhang, dass die Kohlezuteilung an die Bewohner zu gering sei, sie deshalb nicht ausreichend heizen könnten. Elektroöfen könnten die Bewohner nicht aufstellen, da Strom nur über einen Münzautomat bezogen werden kann.

Grünensprecher Sonntag regt an, dass die Gemeindewerke prüfen sollten, ob in den Räumen Radiatoren als Wärmespender aufgestellt werden könnten, ohne dass das elektrische Netz gleich zusammenbricht. Die Grünen kritisieren außerdem die mangelhafte Betreuung der Flüchtlinge. Sonntag: "Die Zustände sprechen der Arbeit aller ehrenamtlichen Helfer Hohn."

(mab)
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