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Stadt Kempen
Vorbildliche Integration beim Sport

Stadt Kempen: Vorbildliche Integration beim Sport
Elley Aan den Boom (vorne von links), Steffi Beyss, Rainer Schnitz (Boxclub) und Rita Uhlschmid mit Mitgliedern des Kempener Boxclubs bei der Überreichung des Aan-den-Boom-Preis der Kempener CDU. FOTO: Wolfgang Kaiser
Stadt Kempen. Für seine Integrationsarbeit ist der Boxclub Kempen mit dem Aan-den-Boom-Preis der CDU Kempen ausgezeichnet worden. Der Verein verfügt mit Christian Eloundou über einen eigenen Integrationsbeauftragten. Von Bianca Treffer

Ob es sich um Menschen mit einer Behinderung handelt oder um Menschen, die als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind - wenn sie in den Trainingsräumen vom Boxclub Kempen stehen, spielt dies alles keine Rolle mehr. Hier sind sie allesamt ganz normal trainierende Sportler, die einem gemeinsamen Hobby nachgehen, dem Boxsport. "Integration hat es bei uns immer gegeben. Das ist eigentlich gar nichts Besonderes. Wir sind so schon kurz nach unserer Gründung im Jahr 2004 von karitativen Verbänden für die Aufnahme von traumatisierten Jugendlichen angesprochen wurden", berichtet Rainer Schmitz, der Vorsitzende des Boxclubs. Er selbst hat beim Landessportbund bereits vor Jahren Schulungen zum Thema "Integration durch Sport" absolviert.

Unter den 200 Vereinsmitgliedern, davon rund 150 Aktive, von denen gut die Hälfte Jugendliche sind, sind Sportler aus 22 Nationen. Im vergangenen Jahr intensivierte der Verein seine Integrationsarbeit. Er hat seitdem mit Christian Eloundou einen eigenen Integrationsbeauftragten. Eloundou stammt aus dem Kamerun, wurde dort selbst politisch verfolgt und musste fliehen. Im Boxclub kümmert sich der Trainer und Jugendwart um diejenigen Menschen, die ebenfalls eine Flucht hinter sich haben und nun versuchen, in einem für sie fremden Land Fuß zu fassen. Eloundou ist nicht nur Ansprechpartner während des Trainings, sondern der Boxclub hat für ihn eine eigene Sprechstunde im Büro des Vereins eingerichtet. "Dort können auch Dinge geklärt werden, die über den Sport hinausgehen", betont Schmitz.

Wo der Verein kann, hilft er direkt oder versucht zumindest, einen entsprechenden Ansprechpartner zu finden. Dieses hohe Maß an Einsatz fiel dem CDU-Stadtverband Kempen ins Auge. Er verleiht traditionell den Aan-den-Boom-Preis. In diesem Jahr ging der mit 300 Euro dotierte Preis, der an den früheren ehrenamtlichen Bürgermeister der Steadt Kempen erinnert, an den Boxclub. "Wir verleihen den Preis immer, wenn wir jemanden finden, egal ob Verein, Gruppe, Einzelperson oder eine Organisation, der sich durch sein besonderes Engagement für die Gesellschaft auszeichnet", sagte CDU-Vorsitzende Rita Ulschmid, als sie jetzt zusammen mit Steffi Beyss und Elley Aan-den-Boom die Auszeichnung in den Trainingsräumen des Boxclubs überreichte.

"Es freut uns sehr, dass wir ausgewählt worden sind. Es ehrt uns und es ist zugleich eine Verpflichtung, entsprechend weiterzumachen", bedankte sich Schmitz. Für das Geld hat der Verein schon eine gute Verwendung. Derzeit absolvieren zwei Vereinsmitglieder eine Trainerausbildung. Diese sei für den Verein mit Kosten verbunden, sagte Schmitz. Mit dem Preisgeld der CDU-Auszeichnung könne diese finanzielle Belastung ein Stück weit aufgefangen werden.

Rainer Schmitz beschreibt Boxen - und dazu gehört auch das so genannte Fitnessboxen ohne vollen Körperkontakt - als einen Sport für jedermann, wobei das Wichtigste ist, sich an die Regeln zu halten. Und das könne jeder, egal ob mit Migrationshintergrund, Behinderung oder sonstigem Handicap. Sprache sei dabei kein Hindernis. 60 bis 70 Prozent der Mitglieder im Kempener Boxclub haben einen Migrationshintergrund - sowohl in der ersten als auch zweiten Generation.

Quelle: RP
 
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